Urlaubsparadies Pfaffenwinkel

Landsberg am Lech

Allein der Name der Region in Südbayern klingt idyllisch, und die Landschaft ist es auch. Den Namen erhielt das Gebiet zwischen Landsberg am Lech, Füssen und Benediktbeuern von einem Vertreter des Berufsstandes, denn ein Pfarrer (das ist die Bedeutung des Wortes Pfaff) brachte die Bezeichnung im 18. Jahrhundert auf. Die eingängige Bezeichnung etablierte sich rasch, denn tatsächlich gibt es im Pfaffenwinkel zahlreiche Wallfahrtskirchen und Klöster, die in kaum einer anderen Region Deutschlands so zahlreich zu finden sind.

Eines der berühmtesten Klöster liegt bei der Gemeinde Wessobrunn im Landkreis Weilheim-Schongau. Die Abtei ist vor allem durch das Wessobrunner Gebet bekannt geworden - eine Handschrift, die aus dem Jahre 814 stammt. Das niedergeschriebene Gebet - oder auch Schöpfungsgedicht - ist in althochdeutscher Sprache abgefasst und stellt das älteste noch erhaltene christliche Gedicht der deutschen Literatur dar. Im Kloster Wessobrunn überlebte es die Jahrhunderte und hat heute seinen Platz in der Bayerischen Staatsbibliothek gefunden.

Nach einer Legende wurde das Kloster Wessobrunn von dem bayerischen Herzog Tassilo III. gestiftet, nachdem er bei einer Übernachtung im Wald eine Traumvision einer Quelle hatte und nach dieser suchte. Nachdem er sie gefunden hatte, soll er an jenem Ort das Kloster errichten haben. Tatsächlich wurde die Abtei wahrscheinlich im 8. Jahrhundert von einer adeligen Familie aus Rott gegründet. Hervorragend ausgestattet waren die Innenräume ein Hort der Kunstfertigkeit, was Stuck- und Holzarbeiten betrifft. Ungewöhnlicherweise verfügte das Kloster sogar über ein eigenes Theater sowie einen Fürstentrakt. Die prachtvollen Stukkaturen schuf der bekannte Meister Johann Schmuzer aus der Wessobrunner Stukkateurschule.

Sehr sehenswert ist auch das Augustiner-Chorherrenstift von Rottenbuch. Schon im Jahre 1073 von Herzog Welf IV. gegründet, und im romanischen Stil erbaut, wurde es zwischen 1469 und 1480 neu errichtet. Die Rokokoarbeiten im Inneren wurden Mitte des 18. Jahrhunderts von Joseph Schmuzer ausgeführt, die Deckenfresken stammen von der Hand Matthäus Günthers, und der wunderschöne Hochaltar ist ein Werk Franz Xaver Schmädls.

Eine der bedeutendsten sakralen Bauten im Pfaffenwinkel ist die Wallfahrtskirche "Zur schmerzhaften Muttergottes" in Vilgertshofen. Vom Kloster Wessobrunn in Auftrag gegeben ist auch sie mit Stuckarbeiten des Johann Schmuzer ausgestattet, der auch für den Bau verantwortlich zeichnet. Die Innenausstattung ist von wundervoller Kunstfertigkeit, die in ihrer Üppigkeit Rokoko-Elemente aufweist. Hier in Vilgertshofen findet auch jedes Jahr das Hochfest der Wallfahrtsbruderschaft statt, bei der die "stumme Prozession" durch das Dorf zieht, was auf einem alten Brauch gründet. Die Bewohner des Ortes nehmen in historischen Kostümen an den Feierlichkeiten teil - so wird an diesem Tag die Vergangenheit in malerischster Weise lebendig.

Altes Brauchtum und christliche Tradition sind allgegenwärtig. Das berühmte Kloster Ettal mit der großen Bibliothek liegt hier, ebenso die Steingadener "Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies", die auch Wieskirche genannt wird, und die einen wundervollen Rokokostil zeigt. Eingebettet in die romantische Landschaft des Pfaffenwinkels sind die Kirchen und Klöster das Wahrzeichen dieser Region, für die allein schon ein Urlaub lohnen würde. Aber neben allen historischen Schätzen ist die Landschaft für sportliche Betätigungen jeder Art wie geschaffen.

Unwirklich schöne Panoramen eröffnen sich hier praktisch auf Schritt und Tritt, bei Wanderungen glaubt man sich in einem Breitwandfilm zu bewegen. Ob man nun einen ausgedehnten Spaziergang, eine schöne Tagestour oder eine Fernwanderung vorzieht, es gibt Möglichkeiten in allen Variationen. Geführte Pilgerwanderungen auf dem historischen Pfad des Münchner Jakobsweges finden regelmäßig auf der Etappe Wieskirche - Auerberg statt. Die keltischen und römischen Ausgrabungen sind ebenfalls interessante Ausflugsziele - beide Völker haben dem Land ihren Stempel aufgedrückt und ihr Erbe ist noch heute spürbar in alten Bräuchen und auch Artefakten.

Erlebniswege wie der Moorlehrpfad bei Prem oder der Eibenpfad bei Paterzell vermitteln faszinierende Eindrücke über Natur und Umwelt. Der Bergbau hat auch im Pfaffenwinkel Spuren hinterlassen, und auf dem Stollenwanderweg am Hohen Peißenberg ist viel Lehrreiches geboten. Gut zu Fuß oder auch gerne auf dem Rad und aufgeschlossen für das schöne Land ringsum - da bietet sich die Oberbayerische Erlebnistour an, die von Landsberg am Lech aus durch den Pfaffenwinkel bis zum Schliersee führt. Und postkartenmäßig tolle Eindrücke kann man auf der Königlich Bayerischen Radltour sammeln, die in Landsberg startet und endet.

Bernried ist ein toller Tip für Nordic Walker - von leicht bis anspruchsvoll werden Touren auf hervorragenden Strecken angeboten. Zur Sicherheit der Ausdauersportler werden auf allen Routen Herzfrequenz-Messstationen bereitgehalten. Ruhiger, aber durchaus nicht weniger spannend, ist Golfen - da bleiben im Pfaffenwinkel keine Wünsche offen. Beste Plätze, wie zum Beispiel in Iffeldorf oder auch in St. Eurach, werden jedem Anspruch gerecht.

Urlaub im Pfaffenwinkel ist besonders für Familien reizvoll, die einmal so richtig Urlaub auf dem Bauernhof genießen wollen. Kinder lieben diese Variante vor allem, denn schöne Tage auf einem bayerischen Hof mit Tieren und jeder Menge Spaß ist etwas, das auch im Alltag lange nachklingt.

Was die Gesundheit betrifft, so ist allein die gesunde Natur im Pfaffenwinkel schon wohltuend, aber eine Moor- oder Kneippkur in Bad Bayersoien wäre eine gute Alternative, ebenso wie Salzgrotte oder vielleicht auch Ayurveda. Körper und Seele etwas Gutes tun und dabei vergessen, dass es Alltag und Langeweile gibt, das ist im Urlaubsparadies Pfaffenwinkel überhaupt nicht schwer. Pfaffenwinkel

© "Urlaubsparadies Pfaffenwinkel" - ein Textbeitrag von Pressenet und Mobihexer, 2010. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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