Der letzte StauLeseprobe aus "Sinneswandel" - von Wilfried Rottler |
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Die ersten Stunden waren noch sehr hektisch, die Fahrer stiegen aus, wieder ein, schalteten den Motor aus und dann doch wieder ein. Vor allen Dingen auf den Autobahnen gab es keinen Kontakt zur Außenwelt, außer Handys und Radios. Die Rettungsdienste steckten genauso im Stau. Und es wurde reichlich telefoniert. Mit zuhause, mit dem Büro, mit den Kunden, mit dem Zahnarzt, mit Freunden. Zur Polizei und zum Technischen Hilfswerk kam man nicht durch. Die Leitungen waren hoffnungslos überlastet. Obwohl es im Stau selbst keine nennenswerten Zwischenfälle gab. Als der Abend kam, wurden die Fahrer ruhiger. Irgendwie wusste jeder, dass er sich auf eine unbequeme Nacht einrichten musste. Inzwischen wussten alle Bescheid, die Lieben zuhause waren einigermaßen beruhigt. Im Autoradio wurde weiterhin gemeldet, dass man die Ruhe bewahren, zuhause bleiben oder, wenn man im Stau stand, abwarten solle. Hilfe sei unterwegs. Der Morgen danach war kein schönes Erwachen. Die meisten hatten inzwischen ziemlich Durst und auch Hunger. Wer in Dörfern oder Städten auf der Straße stand, hatte es noch einigermaßen gut. Obwohl viele Ansässige etwas dagegen hatten, dass mehr als 200 Personen ihre Toilette benutzen wollten, konnte man sich auch da einigen. Das größere Problem war, dass die Bäckereien, Metzgereien und Supermärkte sehr schnell leer gekauft waren.
Hinweis:
"Sinneswandel: Kurze Kurzgeschichten - Gedachte Gedanken". Auf 144 Seiten lesen Sie scharfsinnig pointierte und herrlich böse Texte der beiden Autoren. Bitte beachten Sie auch unsere Rezension zu diesem Buch. Das Buch ist via Amazon lieferbar. © Leseprobe mit freundlicher Genehmigung von Wilfried Rottler Werden Sie Autor bei Pressenet und schreiben Sie Fachartikel. Info: Autor werden Hinweis: eBooks von Pressenet gibt es auf dem Portal xinxii.com. Bestellung auch direkt über uns möglich. |