Stellenabbau und Betriebsklima

Zeitarbeiter doppelt belastet!

Zeitarbeiter und Leiharbeiter

Was steht den Zeitarbeitern und Leiharbeitern in 2009 bevor?

Die Zeitarbeitsunternehmen haben bereits 2008 sehr viele Kündigungen verschickt, 2009 wird es zunächst so weitergehen. Die Zeitarbeiter/Leiharbeiter werden sehr oft den Satz hören, "Wir werden uns von Ihnen trennen müssen!" Zeitarbeitsfirmen sind aufgrund der Marktlage dazu gezwungen ihre Mitarbeiter zu entlassen.

Ein schwerer Einschnitt in das Leben ist der Verlust des Arbeitsplatzes, vergleichbar mit einer schweren Krankheit, Tod in der Familie oder unter Freunden - auch eine Scheidung zählt dazu.

Darauf muss man sich vorbereiten und nicht alles verdrängen, bis man dann alleine zuhause sitzt. Es gibt zahllose Hilfsangebote, z.B. von der Bundesagentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de.

Dieser Einschnitt ist sehr schwer zu verkraften und man braucht all seine Kraft dafür. In der Zeit vor einer Kündigung ist das Betriebsklima jedoch oft auch nicht mehr das Beste und kostet schon viel Kraft.

Womit müssen Sie jetzt rechnen, wenn Sie in einem Unternehmen beschäftigt sind, dass von der Wirtschaftskrise betroffen ist?

Problematisch ist der bereits "in der Luft liegende" Stellenabbau, der jeden Angestellten im Unternehmen treffen kann, unabhängig davon ob Festangestellter oder Zeitarbeiter/Leiharbeiter. Keiner hat genaue Informationen und jeder hat Angst. Er erzeugt ein Klima der Angst unter den Angestellten, Misstrauen gegenüber den Kollegen. In diesem Klima sind leider die Zeitarbeiter/Leiharbeiter am Ende der Kette und somit meistens am schlechtesten gestellt. Diese Situation wirkt sich selbstverständlich auf die Leistungsfähigkeit des Einzelnen aus.

In diesem negativen Umfeld tritt verstärkt Mobbing auf unter der Belegschaft und es wird versucht die Schwachen raus zu drängen. Die Schwächsten in einem Unternehmen sind meistens die Zeitarbeiter/Leiharbeiter. Der Umgangston wird sich stark zum negativen verändern. Allerdings kann der Vorgesetzte oder die Geschäftsleitung hier entgegenwirken, wenn er den angekündigten Stellenabbau als Bedrohung von außen glaubhaft darstellt. Die Belegschaft wird zusammenhalten und sich gegen das Schicksal versuchen zu erheben. Doch leider sind die Vorgesetzten oder die Geschäftsleitung in dieser Situation oft selbst nicht mehr Herr der Lage und sind nur noch getrieben sich selbst zu retten. Das ist der denkbar ungünstigste Fall.

Das Vertrauen in die Führung durch den Vorgesetzten oder die Geschäftsleitung leidet erheblich und verursacht bleibende Schäden. Die Belegschaft gewinnt in einer solchen Situation sehr schnell den Eindruck unfair behandelt zu werden.

Das kann man nur vermeiden indem man kommuniziert mit der Belegschaft und faire Lösungen anbietet, dazu zählen Qualifikationsangebote, Abfindungen, Sozialplan und möglicherweise Weitervermittlungsangebote.

Jedoch fehlt es gerade an den einfachsten und eigentlich selbstverständlichen Dingen, die Belegschaft erhält die Nachricht der Kündigung als SMS oder erfährt sie aus der Zeitung. Das ist natürlich sehr schwer zu verkraften und ein nachhaltiger Vertrauensbruch.

In einer solchen Situation ist eine offene und ehrliche Kommunikation entscheidend und kommt sehr viel besser an, auch wenn es sehr hart ist.

Für die Zeitarbeiter/Leiharbeiter ist eine solche Situation oft doppelt schwierig, wenn die Vorgesetzten im Ausleihbetrieb auf Tauchstation gehen und auch das Zeitarbeitsunternehmen selbst. Der Zeitarbeiter/Leiharbeiter fühlt sich doppelt verlassen.

Zusammenfassend lässt sich nur sagen, Kommunikation, das miteinander Sprechen in einer solch bedrohlichen Situation am wichtigsten ist. Damit lässt sich die Situation am ehesten erträglich für die Beteiligten gestalten. Philosophisch betrachtet liegt in jedem Ende auch die Chance auf einen Neuanfang, was die Betroffenen wohl leider nicht besonders trösten wird.

© ein Textbeitrag von ZEITARBEITtransparent. Die Abbildung zeigt eine Uhr: "Fünf vor Zwölf", Quelle: Johannes Löw, Lizenz: Creative Commons

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