Der gebetene Tod und das arme Volk

Eine Sage aus Mecklenburg-Vorpommern

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Der gebetene Tod

Vor langer Zeit gab es in Mecklenburg-Vorpommern, wie sonst überall auf der Welt, recht viel armes Volk, das hart um das Überleben kämpfen musste. So erging es auch einem armen Besenbinder, der außer vielen Kindern kaum andere Segnungen empfangen hatte und kaum noch wusste, wie er sein Weib und die Schar der Nachkommen durchbringen sollte.

Als die Frau wiederum guter Hoffnung war, verlor man darüber kaum ein Wort und nahm hin, was nicht zu ändern war. Als nach der üblichen Zeit wieder das Geschrei eines Neugeborenen die kärgliche Hütte erfüllte, nahm der Vater die abgetragene Mütze vom Haken und ging, um einen Taufpaten für sein Kind zu laden, obwohl er außer mit Brot und dünnem Bier kaum etwas zur Feierlichkeit aufwarten konnte, und beim Pfarrer hoch in der Schuld stand. Dass dieser die Taufe trotzdem vollziehen wollte, geschah wohl aus reiner Christlichkeit, konnte der Besenbinder doch die Gebühr nicht zur Gänze aufbringen.

Zudem musste ein Gevatter gegenwärtig sein bei dem Sakrament - und da es niemanden gab im Ort, der Pate stehen wollte beim Ärmsten der Gegend, zog der Vater los, um vielleicht einen Fremden zu finden, der für Gotteslohn und einen ehrlichen Dank Gevatter sein wollte.

Er war noch nicht sehr lange auf der Landstraße entlang gelaufen, als ihm ein Herr begegnete, der ihm freundlich zulächelte und huldvoll heranwinkte. Ganz in helles Tuch gekleidet, und wie von einem zarten Schein umgeben, zeigte der Mann sich äußerst freundlich und fing sogleich an zu sprechen. Er nannte den erstaunten Besenbinder beim Namen und fragte nach dessen Befinden, was den Mann recht eigentümlich berührte ...

* * * Ende der Leseprobe aus unserem Buch * * *

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© Text zur Sage "Der gebetene Tod": , 2009. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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