Mehr Respekt vor der Natur

Unter Bäumen im Sonnenlicht meditieren

Baum im Sonnenlicht

Der Zeitvertreib so mancher New-Age-Anhänger, sich im Wald "herumzutreiben" und Bäume zu umarmen oder mit ihnen zu sprechen, ist für manche nur einen Lacher wert - vor allem bei Leuten mit Festbrennstofföfen. Stellt man sich das bildlich vor, ist es auch wirklich erst einmal lustig - denn wieso sollte man die Arme um ein Stück Holz schlingen, auch wenn es ein ziemlich großes Scheit ist, das da herumsteht.

Aber treten wir doch einen Schritt zurück und stellen den Fokus ein wenig anders ein. Die Erde ist nicht einfach ein riesiger, mit Lava gefüllter Ball, der ansonsten aus Steinen und ähnlichem besteht und im All installiert ist. Diese Ansicht ist zwar, historisch gesehen, die allerneueste ... aber dennoch ebenso falsch wie der Glaube, dass es sich bei der Erde um eine flache Scheibe handelt. Der Planet, den wir Erde nennen, ist ein hocheffizient arbeitendes biologisches System, ein Perpetuum Mobile sozusagen.

Ließe man dieses System arbeiten, würde es sich ständig erneuern und somit funktionieren, solange keine Störungen von außen auftreten. Zudem ist dieses System zur Selbstreparatur fähig - auch nach einschneidenden Ausfällen. Das dauert zwar seine Zeit, aber in Erdzeitaltern gemessen ist die Spanne auch wieder gering. Tatsächlich kann die Erde, nach den Erkenntnissen mancher neuzeitlicher Wissenschaftler und Forscher, als komplexes Wesen betrachtet werden - als lebendig. Dieser Gedanke ist nicht gerade neu, denn in der Anfangszeit der Menschheit personifizierte man die Natur. Alles, was wir wahrnehmen da draußen, ist einer großen Einheit zugehörig ... der Boden, auf dem wir gehen und von dem unsere Nahrung kommt, sowie alles, was daraus wächst. Das gilt nicht nur für Vegetarier - denn auch Vieh braucht Futter.

Nun gehen wir einen Schritt weiter und stellen uns die gewaltige Kraft der Natur vor, nicht in Hinsicht auf Katastrophen, sondern was ihre Fähigkeit zur Erneuerung betrifft. Von dieser Warte aus sind die Gräser und Moose, Blumen und Sträucher schon erstaunlich genug. Aber was muss ein Baum, eine Pflanze also, die Jahre braucht, um zu wachsen und tatsächlich meist viele Jahrzehnte alt ist, für Energien gespeichert haben?

Wer schon einmal die Hände auf einen von der Sonne erwärmten Stamm eines Baumes gelegt und das Gefühl genossen hat, weiß worum es geht. Natürlich bringt es einem gestressten und unruhigen Städter nichts, der eben noch sein Notebook zugeklappt hat, wenn er mal eben einen Baum anfasst und "Mach mal, du Birke!" denkt. Ein wenig mehr braucht es dazu schon - vor allem Ruhe und ein wenig Entfernung vom Gedankenkarussell. Vor allem aber ist eine gespannte Erwartungshaltung eher hinderlich.

Vielleicht setzt man sich einfach auf den Boden, den Rücken an den Stamm angelehnt und lässt die Gedanken sachte wandern und sich ein wenig entfernen. Was dann folgt, könnte Einbildung sein, muss aber nicht. Viele Menschen berichten, dass sie den Eindruck hatten, dass eine Art freundliche Ruhe "über sie kam" - so, als teilte jemand eben dieses Gefühl mit. Selbst wenn das ein frommer Selbstbetrug wäre, so täte das Gefühl auf jeden Fall gut. Alles was wächst auf der Erde gehört nun einmal zu den Lebewesen, ob es nun über ein Bewusstsein verfügt oder nicht. Wir alle bleiben begeistert stehen, wenn wir einen fliegenden Adler sehen oder auch einen freundlichen Hund, der uns anwedelt.

Wir sollten den Schritt tun und auch dann unsere Bewunderung und unseren Respekt zeigen, wenn wir vor einem alten und schönen Baum stehen, durch dessen Astwerk die Sonne schimmert oder auch silbriger Reif liegt. Wenn man beginnt, auf etwas zu achten, wird man es mit der Zeit verstärkt wahrnehmen. Das Gefühl dazuzugehören und ein Teil eines wunderbaren Ganzen zu sein, ist das mit Sicherheit wert.

© "Mehr Respekt vor der Natur" - Text und Foto von , 2011.

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