Alles Trachten gilt der Tracht |
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Die Dienstboten vergangener Zeiten trugen Tracht, die Herrschaften kleideten sich eher "a la mode" nach einem Journal Pariser Vorbilds. Es war die Kluft der einfachen Leute, einfach und einigermaßen praktisch. Aus diesen Kleidungsstücken haben sich nun die modernen und oft auch sehr teuren Trachtenkleider wie Dirndls entwickelt - sie werden heute aus sehr feinen Stoffen hergestellt und sogar Modedesigner haben mittlerweile ein Augenmerk auf die Oktoberfesttauglichen Dreiteiler geworfen. Doch "Tracht tragen" bedeutet nicht nur das bayerische Miederkleid, sondern wird in jeder Region zelebriert. An Festtagen tragen die älteren und zunehmend auch die jungen Leute gerne wieder Tracht, ob nun in Schleswig-Holstein oder im Sauerland. Jede Ausführung hat ihre Besonderheiten, denen oft eine komplizierte Symbolik zugrunde liegt. So können Abweichungen in Farbe oder der Art, wie ein Teil der Tracht getragen wird, Auskunft über den Status des Trägers oder der Trägerin geben. Ein Beispiel ist die Art, wie man die Schürzenschleife des bayerischen Dirndls setzt - dadurch wird nämlich ersichtlich, ob die Dame noch zu haben, in festen Händen oder verwitwet ist.
Früher waren auch die Zimmermannsgesellen ein weit verbreiteter Anblick, die schmucke kurze Weste mit den großen Zierknöpfen und die Schlaghose nebst dem breitrandigen Hut nahmen die Mode der "wilden Sechziger" voraus. Das "auf die Walz gehen" der Zimmerleute erfährt im Übrigen eine Renaissance, und die Gesellen beiderlei Geschlechts stehen an den Landstraßen und hoffen auf Mitreisegelegenheiten wie in den alten Zeiten. Gute Köche tragen auch heute noch die traditionelle Kleidung, meist weiß und doppelreihig geknöpft, auf dem Kopf die hohe Mütze, die wie eine Wolke gebauscht ist.
Erstaunlicherweise wissen die meisten Bewohner der jeweiligen Bundesländer kaum noch, wie ihre eigentliche Tracht aussieht - deshalb greifen sie wohl zur stark süddeutschen Variante - sprich der Bayerischen. Hauptsache Pfundig. Die Abbildung zeigt eine Schwarzwälderin in Gutacher Tracht (Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei) Lesen Sie auch Das graue Rudel im Hartzer Land
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