Kontaktsuche per Internet

Zum Tag der virtuellen Liebe am 24. Juli

Liebe Schnecke

"Erzählt mal - wo habt ihr euch denn kennengelernt?" Ein harmloser Satz, der allerdings einige Verlegenheit hervorrufen kann. Denn die neu Verliebten trafen sich nicht beim Tanz, auf einer Party oder in der Fußgängerzone - sondern sie haben sich online kennengelernt. Tatsächlich ist das vielen Menschen peinlich, denn Kontaktsuche per Internet ist nicht gerade positiv belegt. Dabei gibt es keinen Grund dafür, solange die Sache seriös abläuft.

Es gibt unzählige Portale für Singles, die keine mehr sein wollen, ebenso wie andere Plattformen, auf denen Menschen auf virtuellem Weg einen Partner suchen. Das funktioniert meist ganz gut, denn auf eine gewisse Glaubhaftigkeit wird Wert gelegt. Nicht alle Seiten dieser Art sind kostenfrei, und wer für sich entschieden hat, eine Single- oder Partnerbörse zu nutzen, sollte auch einigen Service erwarten. Wer auf eigene Faust mit Accounts bei solchen Portalen einen Partner sucht, geht auch einige Risiken ein, denn nicht immer ist gewährleistet, dass beide das Gleiche wollen. Einsames Herz trifft auf Abzocker oder jemanden, der auf "schnelle Abenteuer" aus ist - ganz kann man da nicht sicher sein. Aber wenn man davon ausgeht, dass beide Seiten die Sache ernsthaft angehen, ist das Internet keine schlechte Option. Auf jeden Fall nicht schlechter als Briefbekanntschaften, die ja auch oft zu einer Partnerschaft führten.

Gedanken niederschreiben, Fotos austauschen, Gemeinsamkeiten entdecken und tatsächlich einen Seelenverwandten finden, einen Ehepartner oder vielleicht auch nur einen wirklich guten Freund ... das geht per Internet ein wenig schneller, ist aber letztendlich nichts anderes als die alte Variante per Brief. Außerdem kann man auch im Internet zufällig Leute treffen - auf Blogseiten, in Diskussionsforen oder Chats.

Natürlich klappt es nicht immer, manchmal stimmt eben die Chemie dann doch nicht - das zeigt sich schon beim Schriftwechsel oder auch beim Kennenlernen. Aber anders als bei Zufallsbekanntschaften ist es letztendlich auch nicht. Wen man gestern beim Stadtfest noch toll fand, rutscht auf der Skala ganz schnell nach unten bei dem entsetzten Aufschrei: "Ihhhh, du hast eine Katze?" oder "Was, du hast nicht studiert?" Solche Unwägbarkeiten kommen bei der Internet-Variante eher nicht vor - denn man kann es bei Interesse noch vor der Kontaktaufnahme nachlesen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Nachteule auf Frühaufsteher trifft, oder Tierliebhaber auf solche, die es nur aus Plüsch mögen, ist eher gering. Sieht man es so, hat man eigentlich mehr Chancen auf einen passenden Partner, als das bei einer Zufallsbekanntschaft außerhalb des Internets der Fall wäre.

Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die tatsächlich auf der Suche nach einer Beziehung sind, nicht allzu leicht fündig werden. Der feste Wille, jetzt nicht mehr alleine sein zu wollen, verschreckt oftmals das Umfeld - es ist wie eine Art Stigma. Wer sich allerdings dazu bekennt und die passenden Seiten im Web besucht, wird auf Menschen treffen, die dasselbe wollen und jedes Verständnis dafür haben. Und das ist gut so - denn das Internet erweitert die Möglichkeiten um ein Vielfaches. Der wirklich passende Mensch, der bereit ist, sich von der Einsamkeit zu verabschieden, lebt nun nicht unbedingt im selben Ort, sondern vielleicht sogar am anderen Ende der Republik. Und den lernt man normalerweise nicht kennen - aber per Internet ist das möglich.

So gesehen ist eine Beziehung, die per Mail begann, durchaus romantisch ... und der "Tag der virtuellen Liebe" will einfach daran erinnern, dass es gleichgültig ist, wann, wo oder wie man sich zum ersten Mal getroffen hat oder sich der Bauch in einen Flugplatz verwandelt hat.

© "Kontaktsuche per Internet. Tag der virtuellen Liebe" - ein Beitrag von , 2012. Illustration: Thomas Alwin Müller, littleART

Werden Sie Autor bei Pressenet und schreiben Sie Fachartikel. Info: Autor werden

Sponsoren und Investoren

Sponsoren und Investoren sind jederzeit herzlich willkommen!
Wenn Sie den Beitrag auf dieser Seite interessant fanden, freuen wir uns über eine kleine Spende. Empfehlen Sie uns bitte auch in Ihren Netzwerken (z. B. Twitter, Facebook oder Google+). Herzlichen Dank!

Hinweis: Bücher von Pressenet gibt es im Buchhandel

Nach oben Sitemap
Impressum & Kontakt