Eine fesselnde Geschichte mit wunderbarer Wortwahl

Rezension zu "Windworte: Das Erste Buch der Pferde"

Ein Fantasy-Roman von Jens Nickel

Fantasy-Roman von Jens Nickel

"Pferde müssen wandern, und sie hören auf den Wind." Das sind die Worte, die der Leithengst Telor zu zwei vom Schicksal ausersehenen jungen Pferden sagt. Denn der Wind ist der Atem des Lebens, der alle Pferde über die großen Ebenen leitet, sie in den Wäldern beschützt und ihnen im Bergland über das Fell streicht. Der Wind ist das Leben, und kluge Pferde achten auf das, was er ihnen sagt.

Der Autor Jens Nickel hat eine Pferdegeschichte geschrieben. Aber was für eine! Nickel meistert die Aufgabe, den Tieren gerecht zu werden und für den Leser verständlich zu bleiben.

Wenn es um Tiere geht, braucht es bestimmte Worte, die das Wesen der Geschöpfe beschreiben, um die es geht. Je nach Lebensraum und Lebensweise haben die Dinge ihre Namen, ganz so, wie es auch bei uns Menschen ist. Ein Vorwort über die Sprache der Pferde und ein Glossar am Anfang der Geschichte leiten den Leser geradewegs in das Leben einer Pferdeherde vor unendlich langer Zeit und bereitet ihn auf das Miterleben einer großen, schicksalhaften Suche vor.

Die Herde ist ein einziges großes Lebewesen

Als die Stute Zoki sich von der Herde absondert, um zu gebären, ahnt sie nicht, dass ihre Zwillingsfohlen ganz besondere Pferde sind. Die Herde freut sich über die Neuankömmlinge und begrüßt die Kleinen freundlich und liebevoll. Wie alle Zwillinge haben Kaschak und Sudee eine ganz besondere Verbindung. Am Anfang etwas kleiner als andere Fohlen, entwickeln sie sich schnell zu prächtigen Jungpferden. Sie lernen schnell, was das Herdenleben bedeutet, dieses ganz auf das große Ganze ausgelegte System von Schutz, Liebe und Warnung. Die Herde ist alles, ist das Leben und agiert bei Gefahr fast wie ein einziges großes Lebewesen.

Das aufbrausende und stolze Wesen des Leithengstes Telor, der stets auf den Schutz seiner Herde und natürlich auch auf seine Ehre bedacht ist, hindert ihn nicht daran, ein tiefes Verständnis für die Welt um ihn herum zu haben. Er schätzt und achtet die Erfahrung der Stuten, denn sie sind es, denen der Wind meist wichtige Dinge zuflüstert. Stuten und Hengste kennen ihren Platz in der Gemeinschaft, und wenn es zu Kämpfen kommt und ein junger Hengst seine eigene Herde gründet, dann ist das der Lauf der Dinge, wie er seit ewigen Zeiten war.

Aber auch für Telors Herde verändern sich die Dinge: Die Pferde haben Schatten gesehen und der Wind hat ihnen sonderbare Dinge zugeraunt. Etwas wird geschehen, und es wird sehr viel mit Zokis Zwillingen zu tun haben.

Gratwanderung in einem sehr schönen Sprachfluss

Bei diesem Fantasy-Abenteuer vergisst man nie, dass es sich bei den liebevoll gezeichneten Charakteren um Pferde handelt, aber dennoch versteht man sie, so wie man die Gemeinschaft versteht, in der man selber lebt. Diese Gratwanderung hat der Autor hervorragend gemeistert und bringt dem Leser nebenbei sehr viel über Pferde bei.

Unser Resümee: "Windworte: Das Erste Buch der Pferde" hat etwas Episches und kann durchaus zu den großen Tierfantasy-Geschichten gezählt werden, wie "Watership Down" von Richard Adams, das 1978 erfolgreich verfilmt wurde, oder einigen Wolfszyklen.

Der 312-seitige Fantasy-Roman ist im Handel in verschiedenen Formaten erhältlich (Taschenbuch, gebundene Ausgabe sowie als E-Book).

© "Eine fesselnde Geschichte mit wunderbarer Wortwahl" - eine Rezension von , 2018. Dem Autor Jens Nickel danken wir herzlich für das Coverbild und das Rezensionsexemplar

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