Das bucklige Männlein von Langenalb

"Deutsche Mythen, Sagen und Legenden" ist als Paperback erschienen.
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Alte Scheune

In Langenalb im Schwarzwald lebte vor vielen Jahren ein rechtschaffener Bauer. Dieser war fleißig und ehrlich, aber dennoch arm. Seinen Äckern vermochte er nur unter großen Mühen genug für sein Auskommen abzugewinnen, doch ließ er in seiner Arbeit nicht nach und war trotz allem guten Mutes.

Als er nun eines Abends nach dem Tagewerk im Stalle nach den wenigen Kühen sah, ergriff ihn ein sonderbares Gefühl, so als ob er nicht alleine sei. Zwar gewahrte er niemanden, als er sich umschaute, doch das sonderbare Gefühl blieb, und so verließ er den Stall schneller als gewöhnlich, nicht ohne sich einige Male umzublicken. Am nächsten Abend widerfuhr ihm das Gleiche, während er noch ein wenig Heu in die Raufen stopfte. Auch diesmal machte der Bauer, dass er aus dem Stall kam und in die Sicherheit seiner Stube.

Doch als er am nächsten Abend vor der Stalltüre den Schritt verhielt, weil ihn die Furcht überkam, erschien ihm die ganze Angelegenheit als ehrenrührig. Furcht hin oder her, er konnte schließlich seinem eigenen Stall nicht fernbleiben. So trat er also hinein und tat die nötigen Handgriffe bei den Tieren. Und als ihn wieder dieses sonderbare Gefühl überkam, fragte er laut und mit fester Stimme, wer denn da sei und was derjenige wolle. Und siehe da, hinter sich hörte der Bauer ein zaghaftes Räuspern.

Geradezu erleichtert drehte sich der Mann um, zeigte sich doch endlich jemand. Und da sah er auf dem Heuballen sitzend ein buckliges Männlein, das gerade so groß war wie ein zweijähriges Kind, angetan mit zerschlissenen und vielfach geflickten grauen Kleidern, und einem runzeligen Greisengesicht unter einem schäbigen Schlapphut. Der Wicht saß nun da mit überkreuzten Beinen und lächelte den Bauern freundlich aber ein wenig zerknirscht an. Dann zog es den Hut ab, unter dem filziges weißes Haar zum Vorschein kam, und wünschte freundlich einen guten Abend.

* * * Ende der Leseprobe aus unserem Buch * * *

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© Text zur Legende "Das bucklige Männlein von Langenalb": , 2009. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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