Seeberg und die Parkbankschläfer-Krankheit (Leseprobe)

Hans Werner Karch und sein Roman "Niemals eine Frage der Zeit"

Roman: Niemals eine Frage der Zeit

Das Buch:

Wann und wen wir wo lieben, hassen oder gar töten ist nie eine Frage der Zeit. Eingebettet in die schwierige Aufarbeitung der Beziehung der Nachkriegsgeneration zu ihren Eltern sind zwei besondere Deutsch-Französische Liebesbeziehungen.

Franz Seeberg, ein junger deutscher Wissenschaftler, wechselt 1978 von Aachen zu einem Laborteam an der Universität Reims. Schnell verliebt er sich in seine Chefin Marie-France. Beide verleben glückliche Tage in der Champagne.

Rudolf, der Vater von Franz Seeberg, ein dekorierter Offizier im Frankreich-Feldzug, verliebt sich 1942 in die französische Krankenschwester Véronique. Durch die Kriegswirren verlieren sich beide aus den Augen.

Marie-France ist das Kind aus dieser Beziehung. Als sie mit ihrem Verlobten Franz ihre Mutter in der Normandie besucht, überkommt diese nach kurzer Zeit eine dunkle Ahnung.

Der Autor Hans Werner Karch präsentiert in seinem Gesellschaftsroman "Niemals eine Frage der Zeit" ein nahezu authentisches Zeitzeugnis der 68er-Generation vor historischem Hintergrund. Das Taschenbuch enthält 224 Seiten, ist Mitte 2017 erschienen und in den Genres Belletristik und Gegenwartsliteratur zu finden. Der Roman ist auch als E-Book erhältlich.

Leseprobe aus dem 7. Kapitel:

Am kommenden Morgen brach Seeberg mit dem Auto schon kurz vor 6 Uhr auf. Er nahm die A34 Richtung Sedan, fuhr dann durch Belgien über Bastogne und Lüttich, und kurz vor Mittag kam er am Institut in Aachen an. Nicht weit entfernt lag ihr ehemaliges Stammlokal, eher eine Kneipe, die immerhin eine, wenn auch wenig einfallsreiche Speisekarte bereithielt.

Hier trafen sie sich früher mit Assistenten und Studenten benachbarter Fachrichtungen. Gegen 12 Uhr hatte er sich dort mit Gregor Schmitz, einem guten Freund und ehemaligen Arbeitskollegen, verabredet, nicht nur, um die Vorgehensweise im Institut zu besprechen, sondern auch, um in Erinnerungen zu versinken und die alten, wilden Zeiten wieder Revue passieren zu lassen. Unvergessen die wüsten Feten im Studentenwohnheim, bei denen keiner frühmorgens die Feier ohne eine Frau verließ, neben der er dann Stunden später, oft mit einem dicken Kopf aufgrund des erheblichen Bierkonsums wach wurde. Dabei wusste Gregor, der mit Franz die Studenten-Bude teilte, noch von einer Geschichte zu berichten.

Eines Morgens geriet Franz fast in Panik, da er, wie er versicherte, seinen rechten Arm nicht mehr spürte und auch nicht mehr recht bewegen konnte.

Im Arm eine Biologiestudentin aus dem 4. Semester. Das Mädchen lag noch tief im Schlaf. Seeberg schob sie langsam zur Seite und veranstaltete alle möglichen Bewegungen. Gregor, wurde durch diese Aktivitäten wach, ebenso dessen Eroberung der vergangenen Nacht.

"Was soll denn diese Aktion schon so früh am Morgen?", fragten sie ihn.

"Ich habe kein Gefühl und kaum noch Kraft im Arm", klagte Seeberg.

"Lass doch mal Frau Doktor sehen", sagte Gregors nächtliche Eroberung Susanne.

"Ich bin Medizinstudentin im 3. Klinischen Semester."

"Na, das ist ja schon was", dachte Seeberg.

Sie fühlte, drückte und drehte seinen Arm. Dann gab sie ihm einen Klaps wie einem Pferd oder einer Kuh. "Das wird schon wieder!"

Seeberg erschrak schon etwas, und stellte ihr eine fast beleidigende Frage: "Bist du wirklich Human- und bestimmt nicht Veterinärmedizinerin? Du musst wissen, ich, ein Mensch vom Land, habe so eine bestimmte Erfahrung mit Ärzten und Tierärzten. Wenn bei uns der Tierarzt das kranke Vieh behandelt hatte, gab er ihm hinterher auch einen Klaps auf den Hintern, oft auch mit den gleichen Worten: 'Das wird schon wieder!' Ich frage dich daher: Machen das die Humanmediziner jetzt auch so?"

Susanne lachte laut. Sie nahm ihm die Frage nicht übel. Sowieso hatte sie ein ganz burschikoses Wesen. Es machte ihr auch nichts aus, ihm mit ihrem blanken Oberkörper die ganze Zeit gegenüber zu sitzen.

"Wir Deutschen nennen es die Parkbankschläfer-Krankheit. Die Franzosen sind da ungleich eleganter und bezeichnen es als: 'La Paralysie des amoureux', also die 'Lähmung der Verliebten'. Nun, such dir das Passende aus."

Gregor lebte später einige Jahre mit Susanne zusammen, bevor sie dann eine Anstellung in Kiel erhielt, wo sie schon immer hin wollte. Nicht lange danach ging ihre Beziehung auch zu Ende. Die meisten guten Erinnerungen an die gemeinsame, wilde Studentenzeit waren ganz besonders durch sie geprägt. ...

Lesen Sie mehr im Gesellschaftsroman von Hans Werner Karch: "Niemals eine Frage der Zeit".

© "Seeberg und die Parkbankschläfer-Krankheit (Leseprobe aus 'Niemals eine Frage der Zeit')": Dem Autor Hans Werner Karch danken wir herzlich für das Coverbild und die Textauswahl der Leseprobe, 07/2018.

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