FütterungszeitDas gewollte Mästen bis zur Bewegungsunfähigkeit |
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Um die Couch herum liegen verstreut Chips-Tüten und Schokoladenpapiere, leere Dosen, in denen Erdnüsse und Pistazien waren. Während die Frau mit dem Essen anfängt, gießt er ihr ein riesiges Glas aus einer Colaflasche ein. Und als sie ihn dankbar anlächelt, beginnt er damit, ihr verschiedene Happen in den Mund zu schieben. Beide kichern und genießen das Essen, wobei der Mann kaum etwas davon nimmt. Die riesige Portion ist fast aufgegessen, bis auf einige wenige Bissen. Die Frau stöhnt ein wenig und will das völlige Aufessen verweigern, aber er drängt ihr mit sanfter und liebevoller Gewalt den Rest auf. Kurz darauf liegt sie wieder in ihrer alten Position auf den Polstern, die Fernbedienung für das TV-Gerät in der Hand. Der Mann ist wieder in der Küche verschwunden, sie hört ein Knistern und die Geräusche, die eine Kühlschranktür macht. Seit dem Essen sind etwa zwanzig Minuten vergangen, aber nun kommt er wieder und hat eine Schüssel mit Schokoladeneis in den Händen. Obenauf ist eine beeindruckende Berglandschaft aus Sahne, in der wie eine Krone mehrere Nusswaffeln stecken. Eigentlich sollte es der Frau einigermaßen übel sein nach der Fettorgie vor nicht allzu langer Zeit - aber sie lächelt hingebungsvoll und klopft mit der Hand auf das Polster neben ihr. Und tatsächlich lässt sie sich schon wieder von dem neben ihr sitzenden Mann füttern. Was hier beschrieben wird, ist ein "Feeder" mit seiner "Feedee". Die Worte bezeichnen einen "Fütterer" und sein Objekt, also eine Frau, die sich füttern lässt - und zwar so lange, bis sie durch ihr Übergewicht praktisch an das Haus und letztendlich an das Bett gefesselt ist. Diese sexuelle Abart ist weiter verbreitet als man gemeinhin denkt, es gibt sehr viele Internetseiten für Feeder und Feedees. Meist ist es ein Mann, der eine Frau füttert - seltener umgekehrt. Im Gegensatz zu Menschen, die erotisch angezogen werden von sehr dicken Frauen/Männern, sind Feeder mehr daran interessiert, diesen Zustand der Fettleibigkeit erst herzustellen.
Feeding wird von vielen als paraphilische Verhaltensweise, also die Liebe zu Abseitigem gesehen. Die unübersehbare Dominanzkomponente dieser Spielart lässt Zweifel zu, denn das Feeding zielt letztendlich auf die Zerstörung des Objektes, in den meisten Fällen eine Frau. Eine Feedee wird in letzter Konsequenz zu einem Pflegefall, denn irgendwann ist sie nicht mehr in der Lage, aus dem Haus und in die Arbeit zu gehen oder auch nur das Bett zu verlassen. Sie ist völlig abhängig von ihrem Partner und hat, nach Erfolg des Mästens, keinerlei Möglichkeit mehr, etwas eigenständig zu tun oder für sich etwas zu entscheiden. Ein Feeder hat es nicht leicht, eine geeignete Frau zu finden, die ihre eigene Krankheit, ihren unvermeidlich frühen Tod sowie Aufgabe ihrer Persönlichkeit bewusst in Kauf nimmt. Findet er eine solche Partnerin, handelt es sich mit Sicherheit um einen Menschen, dessen Grundelement die Angst ist und die bereit ist, um eines vermeintlichen Sicherheitsgefühles oder dem des Umsorgt-Sein willens, ein soziales Leben mit anderen Menschen gegen die Gefangenschaft in Einzelhaft mit einem einzigen Wärter einzutauschen. Ein Feeder will nicht umsorgen, er will sich nicht kümmern oder für jemanden da sein - ein Feeder sucht formbares Material, das er nach Belieben benutzen und an dem er eine Art von böser Schöpfung geradezu begehen kann. Auch wenn eine oberflächliche Freiwilligkeit besteht, ist sie nicht tatsächlich echt - denn es handelt sich um gesteuerte und sehr bewusste Körperverletzung. Krankheit und Invalidität wird nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern angestrebt. So gesehen gibt es eine strafrechtliche Relevanz - spätestens dann, wenn die Feedee zu einem Pflegefall geworden ist. Das Bild zeigt den übergewichtigen Daniel Lambert, ein Gemälde von Benjamin Marshall aus dem Jahre 1806
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