Wer nestelt denn an meinem Knopf?

Klein aber wichtig: Schnur, Knopf und Reißverschluss

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Mieder Korsett
Der Morgen ist angebrochen, der Wecker hat geklingelt und man frühstückt. Man begibt sich in die genormte Nasszelle und danach in die Kleidung. Ein Knopf hier und da, dann der Griff zu diesem winzigen Metallteil, der ein kleines technisches Wunderding in Gang setzt, das die Jeans verschließt. Da es schon kühl geworden ist, tut man dasselbe mit den Stiefeln... man zieht einen Reißverschluss zu.

Bevor man das Haus verlässt, zieht man noch mehrere Male an dem kleinen Ding, das dafür sorgt, dass die Zähnchen ineinander greifen: Geldbörse, Schlüsseletui und Hand- oder Aktentasche. Es sieht so aus, als ginge es nicht ohne diesen Patentverschluss.

Aber bevor der Reißverschluss erfunden wurde, müssen die Menschen doch auch irgendwie ihre Hosen und Kleider verschlossen haben? Das haben sie, nur eben anders und vor allem zeitintensiver. Man behalf sich in grauer Vorzeit vor allem mit Schnüren, um etwas zusammenzuhalten. Die waren wahrscheinlich meist aus Fellstreifen oder gedrehten Pflanzen gemacht und hielten durch bis zur nächsten Mammutjagd.

Mit dem Metall kam die Gewandfibel, eine Art Brosche mit Nadel, mit der man etwas zusammenhielt - eine frühe Sicherheitsnadel. Man stach einfach durch den Stoff und sicherte dann mit der Nadel. Die Fibeln waren, je nach Stand und Mitteln des Eigentümers, auch schöne Schmuckstücke, die nicht selten den Rang dokumentierten.

Als die Kleider komplizierter wurden, griff dies auch auf die Verschlusstechnik über. Man machte Löcher, die umsäumt waren, und ließ Schnüre hindurchlaufen. Das ermöglichte eine gewisse Anpassung an die Figur des Trägers und wurde höchste Mode. Mit einem speziellen Flechtverfahren stellte man Nestelbänder her, mit denen man Oberteil an Unterteil "nestelte". Hosen im heutigen Sinn gab es nicht, man verband lange Beinlinge mit der "Brouche", die eine Art mittellanger Unterhose war. Das dauerte seine Zeit, denn man musste rundherum schnüren, um komplett angezogen zu sein. Später, als die Beinlinge zur Hose wurden, nestelte man diese dann an das Wams - was die Zeit des Ankleidens auch nicht verkürzte.

Im dreizehnten Jahrhundert hatte dann ein findiger Kopf eine Idee: er erfand den Knopf. Diese simple wie großartige kleine Erfindung revolutionierte die Mode im großen Stil, denn nun konnte so richtig auf Maß geschneidert werden. Eng anliegende Kleider kamen nun immer mehr in Mode, das Nesteln entfiel und geriet immer mehr in Vergessenheit. Schnürungen wurden bei Miedern und ähnlichem belassen, sonst wurde geknöpft. Bei den Herrenhosen setzte sich die Knopfleiste am Schritt recht schnell durch, und die ersten Jeans waren natürlich Knopfjeans.

Zip-Verschluss
Etwa um 1850 hatten gleich mehrere Männer eine zündende Idee - die hatte im Wesentlichen damit zu tun, dass winzige Zacken ineinander griffen und so etwas verschließen und wieder öffnen konnten. Der Reißverschluss betrat die Modebühne und beherrscht sie bis heute. Die Prototypen dieses Verschlusses waren sehr störungsanfällig, ein wirklich gut funktionierendes Teil ließ erst der Schwede Gideon Sundbäck 1913 patentieren - in Deutschland. Es gab sie bald in verschiedenen Materialien wie Kunststoff und Metall, aber vor allem gab es sie fast überall.

Die Zip-Verschlüsse, wie sie auch genannt wurden, ersetzten die Knöpfe als Verschluss, wo immer es ging und tun es bis heute. Und mit Sicherheit erspart uns das einige Minuten Zeit am frühen Morgen.

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© Illustration: Thomas Alwin Müller, littleART

Die Abbildung zeigt Metall-, Kunststoffprofil- und Kunststoffspiralreißverschlüsse (Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei)

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