Magie der Bäume: Der Wacholderbaum

Wacholderbeeren

Der Wacholderbaum war fast überall in Europa verbreitet. Leider ist der Machandelbaum, wie er auch heißt, in manchen Gebieten selten geworden.

Zwar ist der Wacholder nicht besonders anspruchsvoll, aber er braucht viel Licht. Er ist ein typischer Heidebewohner und wichtig für die Biotope. Für die Holzverarbeitung spielt er keine Rolle.

Wie viele Bäume und Sträucher wird auch dem Machandelbaum eine Rolle in der Zwischenwelt zugeschrieben. Da er ein immergrüner Baum ist, bot er sich geradezu an für ein Symbol der Lebenskraft, die dem Winter trotzt. Die langen und durch keinerlei moderne Annehmlichkeiten erleichterten Winter unserer Altvorderen sind für uns heute wohl kaum noch vorstellbar.

Notwendig war der Frost, das wusste man. Aber man sehnte wohl Wärme und Licht herbei. Außerdem waren Winter nach Missernten sehr hart und forderten Opfer. Ein Baum, der grün blieb, hatte einen hohen symbolischen Charakter und wurde mit dem Leben überhaupt in Verbindung gebracht - dadurch aber auch mit dem Tod. Dieser Kreislauf war den früheren Menschen vielleicht nicht so tabubeladen, wie es für uns heute ist.

Um seine Kräfte zu nutzen, wurde das Holz des Wacholderbaumes zum Räuchern verwendet. Ebenso hielt man ihn für krankheitsabweisend. Tatsächlich wird dem Rauch eine desinfizierende Wirkung nachgewiesen, sowohl das Holz als auch die Beerenzapfen werden medizinisch genutzt.

Mythologie

Was heute noch viel und gern gebraucht wird, sind die Wacholderbeeren. In der Küche sind sie für manche Gerichte unverzichtbar, vor allem für die deftigen. Wacholderbeeren regen die Verdauung an, auch in Form von verschiedenen Schnäpsen und Likören. Zur größten Berühmtheit hat es dabei der Gin gebracht. Eigentlich ein Wacholderschnaps, gehört er zu jeder gut sortierten Bar. Er ist die Hauptingredienz für unzählige Cocktails.

Zweige mit Beeren wurden in die Stuben gebracht, als Schmuck und auch als Schutz. Grüne Zweige, die man in die Häuser brachte, um sich vor übelwollenden Geistern zu schützen, dürften die Ururahnen unserer heutigen überladenen Weihnachtsbäume sein.

Wir sprechen heute von Winterdepressionen, obwohl unsere Winter hell und warm sind und kein Mangel herrscht. Wir sind nicht auf Vorratshaltung angewiesen und können jederzeit Südfrüchte einkaufen. Unsere frühen Vorfahren hatten diese Möglichkeiten nicht. Aber sie verstanden es, mit kleinen Zeichen die Hoffnung am Leben zu halten.

Ein grüner Wacholderzweig brachte das immerwährende Leben und die Hoffnung auf den Neubeginn im Frühling in die Stube.

Wacholderbaum

© "Kraft der Bäume: Der Wacholderbaum" - ein Textbeitrag von . Bildnachweis (CC0, Public Domain Lizenz): Wacholderbeeren und Wacholderbaum

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