Drei Wochen in NepalReise-Notizen von Lothar Seifert |
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Die Berge in Nepal besitzen eine gewisse Anziehungskraft, deshalb wollte ich einmal dorthin einen Abstecher wagen. Nach meiner Ankunft in Kathmandu sagte prompt ein Freund zu mir: "Ich kann dir über einen Bekannten einen Freund vermitteln, der nach einem Hauptstadtbesuch wieder in sein Heimatdorf fährt." So fuhr ich mit einem mir bisher unbekannten Mann, seiner Schwester und zwei Jungen mit einem Überlandbus in dessen Dorf in die Berge. Solche Fahrten sind für Europäer recht ungewöhnlich. Allein die Mengen an Frachtstücken, wie Säcke und Kisten im Gang, die große Anzahl von Menschen im Bus und auf dem Dach des Fahrzeuges, sind gewaltig. Dazu noch jede Menge an Ziegen und Hühnern. 9 Stunden Fahrt, die ich eigentlich für das alte Fahrzeug für technisch unmöglich halten würde. Der völlig überladene Bus nimmt gewaltige Steigungen in Angriff, bleibt oft im durch den Monsun aufgeweichten Boden stecken, und so muss man sich auch daran gewöhnen, selbst im Sitzen noch mit dem Kopf gegen die Decke zu prallen. Dass die vielen Menschen auf dem Dach des Busses nicht herunterfallen, ist erstaunlich. Der Fahrer genießt meine absolute Hochachtung. Dazu spielt er die vollen 9 Stunden nepalesische Musik, die sich in meinem Kopf einhämmert (muss ich unbedingt kaufen). Nach der Fahrt steht noch ein langer Fußmarsch bei strömendem Regen an. So folgt eine Strapaze der anderen. Während eines Motorradausfluges nach Nagrakot hatte ich mir meine Ferse am Auspuff verbrannt und bin mit einer Zehe in das Rad einer Rikscha gekommen. So konnte ich die gesamte Reise nur mit Badesandaletten machen, was zu gefährlichen Rutschpartien führte. Im Dunkeln kommen wir im Haus meines Führers an. Hier lebt das Volk der Chhetri. Diese Kaste zählt neben den Bramahnen zu den höhergestellten Volksgruppen und ist mit der indischen Kriegerkaste vergleichbar. Damit stehen sie über den aus Tibet eingewanderten Tamang, den Nevaries, den aus Indien stammenden Tharus oder wie all die vielen Völker Nepals noch heißen mögen. Strom im Haus gibt es wie so oft keinen, für Licht habe ich deshalb immer Kerzen im Gepäck. Der Großvater im Haus begrüßt mich mit einem freundlichen Namaskar, seine Frau verbeugt sich tief zum Namaste. Schnell füllt sich ein kleines Zimmer mit Familienmitgliedern und Nachbarn.
+ + + Lothar Seiferts Nepal-Reise 2011 brachten für ihn einige Veränderungen in seinem Leben. Er sucht auf vielerlei Wegen Helfer und Sponsoren für Schulkinder. Ein Junge und zwei Mädchen, die Unterstützung brauchen, werden - fleißig wie so viele andere nepalesische Kinder auch - ihre Chance zur Ausbildung nutzen. Den erweiterten Reisebericht sowie zahlreiche Fotos finden Sie hier: Nepal Lesen Sie auch Lothar Seiferts Beitrag Eine Reise durch Indien, Kashmir und Nepal (2007) © Text und Foto Lothar Seifert Lesen Sie auch RACHE (eBook Leseprobe)
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