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Der in Bayern beheimatete Autor Volker Lasser hat erst vor kurzem seinen Erzählband "Lieber liegen lassen" veröffentlicht. Die darin enthaltenen Geschichten sind außerordentlich lesenswert und lehrreich. Wer sich über das Buch informieren möchte, kann unsere Buchvorstellung auf dieser Seite besuchen.
Der Autor plant, im Jahr 2026 weitere Bücher über tolino media zu veröffentlichen, die er bisher nur als Privatdrucke seinem Freundeskreis kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Nun ist mit "Abseits der Vorschriften" der etwas umfangreichere zweite Erzählband erschienen.
Der Beamte Albert Vierlinger blickt nach 39 Jahren in einer Behörde auf eine Zeit zurück, in der es aus seiner Sicht 39 bemerkenswerte Ereignisse gab, die sich vom normalerweise routinemäßigen und absehbaren dienstlichen Alltag deutlich abheben.
Dabei geht es um kreative und nicht immer korrekte Problemlösungen, wenn man sich ungerechter, unfähiger und intriganter Vorgesetzter, Kollegen und Untergebener erwehren muss. Oder wenn es um das Ringen um Kompetenzen, Mittel, Dienstposten, Beförderungen und Spitzenkräfte geht. Themen wie die Zahlung von Bestechungsgeld, interne Mauscheleien und jede Menge Intrigen werden mit einem Augenzwinkern beschrieben, was die Geschichten besonders unterhaltsam macht.
Für junge Beamte ist die Lektüre hilfreich, um immer wieder gemachte Anfängerfehler zu vermeiden. Erfahrene Beamte werden ihren Spaß daran haben. Alle anderen erhalten einen unerwarteten Einblick in das Innenleben von Behörden.
Unsere Buchvorstellung: (Werbelink) "Abseits der Vorschriften: Geschichten aus einer Behörde" enthält auf rund 350 Seiten 39 Erzählungen, in denen die Tücken des Verwaltungshandelns im öffentlichen Dienst auf humorvolle Weise behandelt werden. Volker Lasser hat sein Buch Ende Februar 2026 exklusiv als E-Book über tolino media veröffentlicht.
Die Bundeswehr will ein Kasernengelände verkaufen, das sie nicht mehr benötigt. Die Staatliche Häuserverwaltung in Bayern hat ihr Interesse an dem Objekt bekundet. Es findet eine erste Besichtigung statt. Zwei Soldaten der Bundeswehr führen die angereisten Beamten der Häuserverwaltung herum und beantworten deren Fragen. Aschenbrenner gibt ein erstes Angebot ab.
Drei Wochen später kommt auf dem offiziellen Dienstweg ein Schreiben vom Bundesverteidigungsministerium in Bonn, welches an die Staatliche Häuserverwaltung im Innenministerium adressiert ist.
Darin steht, es sei erforderlich, dass in der Angelegenheit Kasernenverkauf der Leiter der Häuserverwaltung, also Herr Aschenbrenner, persönlich im Verteidigungsministerium erscheinen soll, um die abschließenden Gespräche mit Brigadegeneral Krug zu führen. Termin der Besprechung ist Montag, der 15. Februar, 10:30 Uhr.
Der Büroleiter des Innenministers hat am Rand des Schreibens notiert: "Unbedingt teilnehmen! Wichtig!"
Das ist eine klare Weisung. Aschenbrenner lässt seine Sekretärin die Dienstreise organisieren. Also zwei Übernachtungen im Hotel, Platzreservierung im Intercity erster Klasse. Brigadegeneral Krug wird informiert, dass Herr Aschenbrenner den Termin wahrnimmt.
Ein paar Tage später fällt Aschenbrenner auf, dass der 15. Februar der Rosenmontag ist. Wie man weiß, ist das der Höhepunkt des rheinischen Karnevals. Was man so hört, wird an diesem Tag dort nicht gearbeitet, sondern ausgelassen gefeiert. Da machen die Behörden keine Ausnahme. Vielleicht haben die Kollegen in Bonn sogar dienstfrei. In München ist der Höhepunkt des Faschings der Faschingsdienstag mit ähnlichen Begleiterscheinungen.
Also ruft Aschenbrenner die Nummer von Brigadegeneral Krug an und erreicht dessen Sekretärin. Er will wissen, ob der Termin für die Besprechung wegen des Kasernenverkaufs am 15. Februar wirklich zutrifft, weil das doch der Rosenmontag ist.
Doch die Sekretärin versichert ihm mit ganz normaler Stimme, dass alles seine Richtigkeit hat. Für das Verteidigungsministerium gibt es keinen Rosenmontag, sagt sie. Dort wird auch an dem Tag ganz normal gearbeitet.
Nun, Aschenbrenner wundert sich, aber er muss es glauben.
Vierlinger erfährt, dass sein Behördenleiter am Rosenmontag eine Dienstreise zum Verteidigungsministerium nach Bonn machen wird. Er hat schon einmal von so einem Fall gehört und was daraus geworden ist. Er könnte Aschenbrenner warnen, aber Spaß muss sein. Er hält sich ausnahmsweise vornehm zurück.
Der Chef tritt seine Dienstreise an. Als er am Rosenmontag vom nahe gelegenen Hotel zu Fuß zum Verteidigungsministerium geht, im Nadelstreifenanzug mit Krawatte und einer Aktentasche in der Hand, kommen ihm die ersten Zweifel, dass die Besprechung wirklich stattfindet. Mit seinem geschäftsmäßigen Outfit wirkt er heute irgendwie deplatziert in der Stadt. Die Stimmung auf den Straßen ist bestens. Er hat bereits diverse Küsse von vorbeigehenden, karnevalsmäßig maskierten Damen erhalten.
Der Pförtner am Eingang zum Verteidigungsministerium erklärt ihm, wo das Büro von Brigadegeneral Krug ist. "Zweiter Stock, Zimmer 205."
Aschenbrenner begibt sich dorthin. Auf den Fluren kommen ihm verkleidete, schwankende und lallende Gestalten entgegen.
Er erreicht das Zimmer 205. Laut Aufschrift ist es das Dienstzimmer des Generals. Die Tür steht offen. Er wirft einen Blick in den Raum, kann aber niemanden erblicken. Auch das Vorzimmer nebenan ist unbesetzt.
Aschenbrenner sucht jemanden, der ihm sagen kann, wo der General ist oder wo die anberaumte Besprechung stattfindet. Aber da ist weit und breit niemand, der das weiß.
Also macht er sich systematisch selbst auf die Suche. Er hört in der Ferne ein verdächtiges Geräusch. Er geht diesem nach und entdeckt schließlich in einem Raum ganz am Ende des Flurs eine fröhlich feiernde Gesellschaft, die trotz der vormittäglichen Stunde nicht mehr ganz nüchtern wirkt.
Aschenbrenner fragt nach General Krug. Einer deutet auf einen als Pirat verkleideten Mann. Aschenbrenner stellt sich vor.
"Ach, da bist du ja endlich, min Jong", ruft der. "Wir haben schon alle auf dich gewartet. Mann, wie siehst du denn aus? Weißt du nicht, dass heute Rosenmontag ist? Da kommt man doch nicht im Anzug! Ich leihe dir mal meinen Piratenhut. So, jetzt schaust du schon viel besser aus."
Die Sekretärin kommt bereits mit zwei Gläsern Sekt, bewirft ihn mit Konfetti und legt ein paar bunte Luftschlangen um seinen Hals. "Und jetzt stoßen wir an. Zum Wohl!"
Aschenbrenner wird rasch in die ausgelassen feiernde Gesellschaft integriert. Als er am Nachmittag wissen will, wann denn jetzt die Besprechung stattfindet, sagt Krug: "Es gibt keine Besprechung. Wir haben dich nur deshalb eingeladen, weil wir mit dir Karneval feiern wollten. Alles klar?"
Jetzt ist es ihm klar. Auch der Büroleiter des Ministers hat es offensichtlich gewusst. Aschenbrenner ist auf eine Art Aprilscherz hereingefallen, der nicht im April, sondern schon im Februar gemacht wird, vorwiegend mit Beamten aus Bayern. ...
© Die Buchvorstellungen zu den Erzählungen und Sachbüchern wurden verfasst von Izabel Comati und Winfried Brumma (Pressenet), 03/2026. Wir danken dem Autor Volker Lasser sehr herzlich für die Belegexemplare, ebenso dem Illustrator Arne Vierlinger, der die Buchcover entwarf. Bildnachweis unten: Pirat (die Illustration gehört nicht zum Buchinhalt), CC0 (Public Domain Lizenz).
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