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Gerlinde (Gerli) Falkenstein will die Welt erobern. Stattdessen gerät sie in eine toxische Liaison, die sie in die dunkelsten Abgründe der internationalen Finanzwelt und ihrer eigenen Leidenschaften zieht.
Von der ersten Begegnung an ist die Verbindung zwischen der ehrgeizigen Gerli und dem dominanten Unternehmersohn Hubertus (Hu) explosiv. Gemeinsam gründen sie ein internationales Imperium und steigen zur Elite der Frankfurter Investmentkonzerne auf. Doch ihr Erfolg ist auf Lügen, riskanten Deals und moralischer Korruption gebaut.
Gleichzeitig entwickelt sich ihre private Beziehung zu einem gefährlichen Spiel der Kontrolle. Während Gerli beruflich Hu überbietet, gibt sie sich ihm privat in einer romantischen Liaison mit BDSM-Elementen vollkommen hin.
Geschildert wird die Geschichte aus Sicht von Gerlinde – sie nimmt uns mit in ihre Zerrissenheit zwischen unbedingtem Machtanspruch und bedingungsloser Selbstaufgabe. Wir erleben ihren unweigerlichen Willen zu Unabhängigkeit und Erfolg, ihr Abrutschen in eine jahrelange Alkoholsucht, die Fesseln der Abhängigkeit und den langen, schwierigen Weg des Entzugs, Rückfälle inbegriffen.
Dieser psychologische Thriller über Corporate Crime taucht tief in die Abhängigkeit zwischen zwei Menschen ein. Die Regeln der Moral werden außer Kraft gesetzt, während die Liebe zur Firma und die körperliche Obsession miteinander verschmelzen. Doch das Spiel wird tödlich ernst, als die dunklen Geschäfte ihrer Firma in Osteuropa einen Umweltskandal auslösen, der nicht nur ihre Karrieren, sondern auch Menschenleben gefährdet.
Marleen Winter liefert mit dieser literarischen Gegenwartserzählung über Macht und Abhängigkeit einen fesselnden Roman für Leser, die die Intensität von "Darker" von E.L. James schätzen, aber auch die komplexen Plots und die moralische Zerrüttung eines Wirtschaftsthrillers wie "Gier" von Marc Elsberg suchen. Spannend, süchtig machend und zutiefst verstörend.
Unsere Leseempfehlung: (Werbelink) "Years and Passions" ist Anfang Februar 2026 im pinguletta Verlag erschienen und umfasst als Print-Ausgabe 316 Seiten (ISBN 978-3948063696). Der psychologische Thriller von Marleen Winter ist auch als E-Book erhältlich.
Ich heiße Gerlinde Falkenstein. Er wäre nicht mein Freund geworden, nicht mein Liebhaber noch sonst irgendetwas, wenn ich einen anderen Namen gehabt hätte. Deswegen ist diese Information wichtig.
Gerlinde Falkenstein. Die zwei Worte sprach er aus wie eine ungenießbare Frucht. Wie einen geheimen Code, einen Schriftzug mit Löschtinte, den er jederzeit wieder unsichtbar machen konnte. Sobald es nötig war. Und das war oft der Fall. Immer dann, wenn Kiki, Karin, Jolina oder Paula auftauchten. Oder all die anderen Frauen, die attraktiver waren als ich.
Damit meine ich nicht körperlich ansprechender. Vielmehr war es so, dass ich in meinem ersten Semester an der Uni nicht viel zu erzählen hatte. Ich war uninteressant, strebsam und bei Weitem nicht aus einem Elternhaus, das es mit dem von Hubertus Bauer aufnehmen konnte. Dachte ich.
Seine Familie war mir bekannt, bevor ich ihn persönlich kannte. Eine Unternehmerfamilie. Der Vater Bauherr mit zweifelhaftem Ruf; die Mutter eine verhuschte Schönheit, welche gelegentlich für Hochglanzmagazine abgelichtet wurde.
In der Rückblende kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, wo ich ihn zum ersten Mal sah. Nur noch an das, was er sagte. Ich glaube, es war im Sommer 1988. Morgens, gegen halb vier. In dem schmuddeligen Partykeller eines Frankfurter Studentenwohnheims. Ob ich nicht ein Kind mit ihm haben wollte?
Ich sagte: "Nein." Und hielt ihn für betrunken. Dabei war er wahnsinnig.
Das ist etwas anderes. Ein verwöhnter, gutaussehender Junge, der sich sämtliche Unverschämtheiten leisten konnte. Er zog weiter. Knutschte mit einer Brünetten, die ihm ihre Finger in die Ohren steckte. Später fand ich heraus, dass er keinen Alkohol trank. Niemals. Ich hätte es gerne gehabt, dieses Kind mit ihm. Aber nicht mit zwanzig. Und nicht in einer Welt, in der die Berufstätigkeit einer Frau beendet war, sobald sie einen Mann und ein Baby hatte. Das funktionierte für mich nicht.
Hubertus Bauer oder Hu, wie ihn seine Freunde nannten, war ein Playboy. Ein sportlicher Typ, der im Winter graue Kaschmir-Mäntel trug und dabei den Hauch des Geheimnisvollen spazieren führte.
Wie Schmetterlinge im Dunstkreis einer hellen Narzissenblüte umschwirrten ihn die Frauen. Nicht nur Studentinnen. Menschen, die ihn trafen, hörten ihm zu. Waren gebannt. Gefangen in seinem klaren Lächeln. In dem markanten Grübchen am Kinn. In seinen blauen Augen. Der Dynamik in seiner Stimme und in seinen Bewegungen, die – im Gegensatz zu meiner unspektakulären Erscheinung – an keinem Ort der Welt unbemerkt bleiben konnten.
Ich war weder verliebt noch sonst was in ihn. Er war es ständig. Und zwar in andere. Zwei Tage nach der Party rief er mich an. "Willst du mich heiraten?"
Ich legte auf.
"Gerlinde Falkenstein", sagte er beim zweiten Anruf. "So heißt du doch, oder?"
"Na und? Woher hast du meine Telefonnummer?"
"Dein Name steht auf der Liste der Jahrgangsbesten. Auf Platz eins."
Was sollte ich sagen? Er hatte recht. Dann fragte er nach meinem Lieblingsgericht. Er würde für mich kochen.
"Ein Mann darf nicht kochen", sagte ich. So war es mir anerzogen worden. In einem katholischen Kaff im Münsterland. Dann würden wir etwas zu essen bestellen, änderte er seinen Plan. Er ließ nicht locker. Niemals. Obgleich er eine oder zwei Freundinnen hatte, mit denen er sich auf dem Campus zeigte. Was sollte ich dabei? Es war nicht klar.
Schließlich gingen wir rudern. Ich war in einem Club. Wollte sehen, wie er sich dabei schlug.
"Ich trete in den Verein ein", sagte er, sobald wir im Boot saßen. Er machte es nicht schlecht. Seine blonden Haare zerzausten in der Sommersonne, als er mir gegenübersaß. Ich war nicht verliebt in ihn. Aber ich hatte ein paar Salate und ein wenig Fisch vorbereitet für die Bootstour. In der Mitte des Sees banden wir uns mit einem Seil an einer Boje fest.
"Gerlinde, du machst mich wahnsinnig."
Wir aßen alles auf. Sein Vater sei ein Säufer, erzählte er. Er zeigte mir eine Narbe an seinem Handgelenk. Ich schüttete die mitgebrachte Flasche Wein über die Reling ins Wasser.
"Tut es noch weh?" Andere Frauen hätten die Stelle unterhalb seines Daumens berührt. Ich wollte es auch. Es war ein Test. Ich machte es nicht.
"Ich spüre keinen Schmerz, Gerlinde."
"Dann bist du kein Mensch."
Er lachte wie ein amerikanischer Filmstar. Seine Zähne hielten mich in ihrem Bann. Fünfmal am Tag putzte er sie. Sie waren makellos und weiß. Woher die Narbe kam, erzählte er nicht. Ich überlegte mir eine eigene Geschichte. Darin hatte ihn ein Fuchs gebissen, als er den Arm in einen Bau steckte, um dort nach Gold zu suchen. Die Geschichte behielt ich für mich. Sie war zu unrealistisch.
Er traute sich nicht, mich anzufassen. Bei anderen Studentinnen machte er es ständig. Ich sei anders, behauptete er schuldbewusst. Ich sei keine Frau für ein paar Nächte.
Ob ich ihn am Wochenende zu seinen Eltern begleiten wollte?
"Nimm doch Kiki oder Karin mit."
"Ich will lieber dich."
"Das kostet dich was, Hubertus." Zum ersten Mal sprach ich seinen Namen aus. Er war genauso altmodisch wie meiner. Aber bei ihm zeugte er wenigstens von einer alten Familientradition: Hubertus Bauer hieß schon sein Vater. Außerdem sein Großvater. Und dessen Vater. Der Hubertus Bauer, der mir gegenübersaß, saugte den Saft aus einer halben Zitrone. Sah mich mit zusammengekniffenen Augen an.
Geld sei kein Problem. Er habe genug. Ich lachte. Als ob es das wäre. Kiki in den Wind zu schießen, das war meine Bedingung.
Das sei gemein, behauptete er. Ich gab ihm Recht. Kiki war meine beste Freundin. Wir kannten uns seit der Grundschule. Sie kam aus dem gleichen Kaff wie ich. Jetzt studierte sie Psychologie und lieferte mir wöchentlich Berichte über Hubertus' Entwicklung. Ihre Diagnosen verschlimmerten sich, je länger die beiden liiert waren.
"Kiki ist hübscher als du", sagte Hubertus.
Es traf mich, ich weiß nicht, warum. Mich interessierte dieser Mann nicht. Ich wollte frei sein, wie die Männer es waren. Lange genug hatte ich mich in meinem Elternhaus untergeordnet. Was sollte ich mit einem Chauvinisten, der mich in der Küche abstellte, wie mein Vater es mit meiner Mutter getan hatte?
Ich nahm ihm die Ruder aus der Hand. Ob ich beleidigt sei, fragte er mich. Es sei so ein irre romantischer Sonnenuntergang. Zu schön, um Trübsal zu blasen. Das konnte er schwer aushalten, wenn ich eingeschnappt war. Darum war ich es oft. Aber es stimmte: Der Abend war mild, die Sonne so rot wie in Kindheitstagen. Die Welt war ein abstrakter Kinofilm mit ihm. Ich wähnte mich hineingezaubert in eine surrealistische Kulisse aus Farben und absurden Dialogen.
Während ich ruderte, erzählte er von seinen Plänen: Er hatte neben seinem Studium eine kleine Immobilienfirma gegründet. Als Büro diente sein Studentenzimmer. Dort sei der einzige persönliche Gegenstand die Luftmatratze, auf der er schlafe.
"Ich werde bald Unterstützung brauchen."
"Erst willst du ein Kind mit mir, jetzt soll ich für dich arbeiten?"
Er griff nach den Rudern, aber ich verhinderte, dass er sie bekam.
"Ich weiß, dass du dich nicht unterordnen kannst", sagte er mit einem Blick, der bedeutete, dass ich es aber müsse, wenn ich an seiner Seite zu bleiben gedachte. "Ich will dich trotzdem, Gerlinde." ...
Hier ein Link zur Bestellmöglichkeit beim Buchhandel: (Werbung) Marleen Winter: "Years and Passions".
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© "Business und Leidenschaft, verwoben zu einem psychologischen Thriller": Textauszüge aus dem Roman "Years and Passions" von Marleen Winter, der Pressemitteilung sowie Abbildung des Buchcovers mit freundlicher Genehmigung des pinguletta Verlages, 02/2026.
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