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Wenn alles verworren oder erdrückend ist – wo geht man dann hin? Zurück zum Anfang vielleicht? Oder dorthin, wo noch alles irgendwie überschaubar war? Genau das versucht der Protagonist David, indem er einige Tage auf dem Campingplatz seiner Kindheit verbringt. Dahin, wo sein Leben noch nicht so war wie heute: nämlich voller Hindernisse und Kanten, wie im Inneren eines Flipperautomaten.
David hat Probleme mit dem Leben, was möglicherweise am Kiffen liegt. Seine Freundin will, dass er damit aufhört. Gut, das ist der Plan. Aber natürlich ist das schwieriger als gedacht, denn Leute, die Joints bauen, gibt es auch beim Camping. Und andere Menschen, die David so einiges abverlangen. Da ist auch dieses Mädchen, doch David hält sich zurück.
Eigentlich hat David sich dem Leben und dessen Fluss irgendwie verweigert. Er ist ein Sortierer, ein Meister der Unsicherheit. Immer auf der Hut und immer in der Angst, sich falsch zu verhalten. Und jetzt muss er etwas ändern. Irgendwie.
David stolpert durch sein Leben, wachsam oder völlig stoned. Er hat Altlasten, die er nicht abwerfen kann. Böse Erfahrungen in der Familie zum Beispiel. Er tappt irgendwie auf diesem Campingplatz herum, rettet Krabben, verliebt sich, gerät mit Nazis aneinander – und doch: er bleibt David. Und was er "sein Leben ändern" nennt, hat womöglich etwas mit diesem Mädchen zu tun. Man versteht es – vor allem, wenn man dieses bestimmte Alter hat. Wo man Hermann Hesse las und rauchte.
Der Autor selbst hat im Mittelteil einen Satz verfasst, den wir als passend empfinden und hier zitieren: "Die Story war gleichermaßen selbsterklärend und verworren, alles war leicht verständlich, jedoch sehr schwer nachzuvollziehen." – Aber lassen Sie uns eins nach dem anderen aufschlüsseln.
Daniel Müller wechselt sehr oft die Perspektive. Er lässt seinen Antihelden selbst erzählen und schaltet dann in den Beobachtungsmodus der dritten Person. Dieser Wechsel scheint bewusst gewählt worden zu sein, doch ein besserer Überblick wird dadurch nicht vermittelt. Ob andere Leser dies als sinnvoll empfinden, müssen diese selbst entscheiden.
Die Handlung wirkt insgesamt diffus. Es gibt nur wenige Höhepunkte und spannende Momente fehlen. Davids Gedanken schweifen häufig in ausführliche Details ab. Zahlreiche kleine Beobachtungen, wie etwa die Wahrnehmung von Gerüchen, verstärken zwar die Stimmung, verlangsamen dadurch jedoch den Erzählfluss.
Positiv hervorzuheben ist die sehr bildhafte und schöpferische Sprache, durch die sich die Leser in vielen Dingen wiedererkennen können. Die Charaktere wirken glaubwürdig mit all ihren Unsicherheiten, Hoffnungen und kleinen Macken. Komplexe Themen wie Selbstfindung, soziale Gegensätze, Sehnsüchte, Einsamkeit und die Suche nach dem Sinn in einem chaotischen Alltag werden auf dezente Weise behandelt.
Fazit: Ausschlaggebend für eine positive Gesamtbewertung ist die einfühlsame, atmosphärische Erzählweise des Debütromans von Daniel Müller. Das Buch ist empfehlenswert für Leser, die sich für Geschichten mit viel Tiefgang interessieren, und auf jeden Fall einen zweiten Blick wert!
Unsere Leseempfehlung: (Werbelink) "Möwen ohne Pommes" wurde im Mai 2026 im Wolfgang Hager Verlag veröffentlicht und umfasst als Taschenbuch 234 Seiten. Der Roman von Daniel Müller ist auch als E-Book in vielen Online-Stores erhältlich.
© "Das Leben ändern: Geht das überhaupt?": Die Rezension zu Daniel Müllers Debütroman "Möwen ohne Pommes" wurde verfasst von Izabel Comati und Winfried Brumma (Pressenet), 06/2026. Wir danken dem Autor sehr herzlich für das Rezensionsexemplar!
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Taschenbücher von Eleonore Radtberger sowie von Ilona E. Schwartz
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