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Den in Bayern beheimateten Autor Volker Lasser haben wir durch mehrere Romane und Sachbücher kennengelernt, die wir ab Anfang 2026 in unserem Literaturportal vorgestellt haben.
Seinem Erzählband "Lieber liegen lassen", in dem es um Fundsachen und Erbschaften geht, folgte "Die Rache des Schülers Andreas", in dem Lasser von einem ganz bösen Schülerstreich berichtet. In "Abseits der Vorschriften" sind spaßige Geschichten aus einer Behörde enthalten, und mit "Universitätsmathematik ist ganz anders" möchte der Diplom-Mathematiker Volker Lasser Oberstufenschülern wertvolle Tipps geben und angehenden Mathematikstudenten viel Frust ersparen. Links zu diesen Büchern finden Sie weiter unten.
Der Autor plant, weitere Bücher über tolino media zu veröffentlichen, die er bisher nur als Privatdrucke seinem Freundeskreis kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Nun hat er mit "König Mahabazis missglückte Eroberung" einen packenden Roman herausgegeben.
In seinem historischen Roman beschreibt der Autor Volker Lasser den dramatischen Aufstand gegen den despotischen asiatischen König Mahabazi, der gewaltsam gestürzt werden soll. Mahabazi plant jedoch die Eroberung eines europäischen Landes. Zu diesem Zweck bringt er Millionen seiner Untertanen dazu, als Asylsuchende in dieses Land zu reisen. Die Angereisten finden sich zwar in ihrer neuen Heimat zurecht, können ihr Heimweh jedoch nicht ablegen.
Die Bevölkerung des europäischen Landes bekennt sich zu ihrer Unabhängigkeit. Sie nutzt den unerwarteten Eintritt einer göttlichen Prophezeiung, um die Flüchtlinge zu motivieren, in ihre Heimat zurückzukehren. Inmitten politischer Intrigen und kultureller Konflikte wird das Schicksal eines Volkes zwischen Tradition und Moderne eindrucksvoll erzählt. Der Roman ist ein spannendes Epos über Macht, Identität und den unerschütterlichen Willen zur Freiheit.
Unsere Leseempfehlung: (Werbelink) Der historische Roman "König Mahabazis missglückte Eroberung" wurde im Juni 2026 via tolino media nur als E-Book veröffentlicht und umfasst rund 300 Seiten.
Man schrieb das Jahr 1735 und die von vier berittenen Leibwächtern in gelbroten Uniformen begleitete Kutsche fuhr entlang der Straße von Vischne nach Westen. Nach dem vierzehnten Meilenstein führte die Straße durch eine gebirgige Gegend. Links ging es steil hinab in eine Schlucht. Rechts ragten senkrecht hohe, unüberwindliche Felswände auf. Natalie hatte heute keinen Blick für die Schönheiten der Natur. Sie wollte so schnell wie möglich zu ihrem künftigen Gatten kommen. Schon in aller Frühe mussten sie aufbrechen. Ihre Begleiter murrten, weil sie zu wenig Schlaf und kein Frühstück gehabt hatten und von den Reisestrapazen erschöpft waren. Sie übte gerade in der Kutsche mit der Gouvernante französische Konversation, die sie in Kürze benötigen würde.
Plötzlich hörte sie draußen Schreie. Sie blickte aus dem Seitenfenster der Kutsche. Zwei ihrer Leibwächter stürzten mit Pfeilen in Hals und Brust von ihren Pferden und blieben dort bewegungslos liegen. Plötzlich wimmelte es draußen vor Menschen, die Pistolen, Messer und Säbel in den Händen hielten. Die Kutsche kam zum Stehen. Durch das andere Seitenfenster konnte man sehen, dass die restlichen Leibwächter ihre Pferde angehalten, ihre Waffen weggeworfen und sich ergeben hatten.
Räuber! Überfall!
Das war höchst ärgerlich, aber damit musste man in diesen Zeiten und diesen Ländern immer rechnen. Bedauerlich, dass die Leibwächter versagt und nicht einmal den Versuch einer Gegenwehr gemacht hatten. Genau dafür waren sie schließlich engagiert worden! Eine entschlossene Gegenwehr hat schon manchen scheinbar überlegenen Feind verunsichert und in die Flucht geschlagen. Nun, es war so geschehen, daran konnte man nichts mehr ändern. Man würde sehen.
Die meisten Räuber pflegten Geld und Wertsachen an sich zu nehmen und auf dem schnellsten Weg zu verschwinden. Um genügend Vorsprung zu haben, fesselten sie die Überfallenen. Räuber töteten eigentlich nur dann ihre Opfer, wenn sie glaubten, erkannt worden zu sein. Natalie kannte hierzulande niemanden, schon gar keine Kriminellen. Das gleiche galt für ihre Begleiter. Manchmal wurden auch Geiseln genommen, um Lösegeld zu erpressen. Aber ob die Räuber das Risiko eingehen wollen, auf Lösegeld aus Frankreich oder Weißrussland zu warten? Wenn man Glück hatte, würde der Überfall glimpflich ausgehen.
Die Pferde der toten Leibwächter scheuten ein wenig. Zwei der Räuber ergriffen sie am Zügel und banden sie an der Kutsche fest.
Der Wagenschlag wurde von beiden Seiten aufgerissen. Irgendwelche verwegen aussehende Gestalten zerrten sie und die anderen fünf Insassen heraus: Natalie, den Sekretär, die Gouvernante, den Leibarzt, die Kammerzofe und das Dienstmädchen. Sie hatten Angst. Einige weinten, schrien, fluchten oder versuchten, mit den Räubern ins Gespräch zu kommen. Die Räuber zeigten keine Reaktion. Offensichtlich verstanden sie die Sprache nicht.
Man stieß sie vorwärts zu einem Platz, wo sie sich aufstellen sollten. Außer den bereits Genannten waren es zwei Diener, die ihren Stehplatz außen an der Kutsche gehabt hatten, die beiden überlebenden Feiglinge von Leibwächtern und zwei Kutscher. Insgesamt zwölf Personen. Die Diener, die Kutscher und die Leibwächter mussten ihre Uniformen ausziehen, welche die Räuber sofort überzogen. Den beiden toten Leibwächtern hatten sie die Uniformen bereits ausgezogen. Jetzt durchsuchte man sie rasch und gründlich nach Waffen. Dann bedeutete ihnen einer der Räuber, den felsigen Pfad vor ihnen hinaufzusteigen. Wer nicht spurte, bekam von ihm treffsichere Hiebe mit der Peitsche.
Natalie wunderte sich, was das sollte. Der Pfad endete, so weit man sehen konnte, nach wenigen Metern an einer senkrechten Felswand. Sie stieg langsam hinauf; einer der Räuber half ihr. Als sie sich verschnaufte und unauffällig umblickte, sah sie, dass die Räuber bereits alles Wertvolle aus der Kutsche geholt hatten, insbesondere die Kassetten mit Gold und Geld aus dem Geheimfach. Pech gehabt! Sie stopften den Inhalt der schweren Truhen in mitgebrachte Säcke. Es ging alles ganz schnell. Jeder Räuber wusste offenbar genau, was er tun musste. Sie hatten Übung darin. Jemand zog die Vorhänge vor die Fenster der Kutsche.
Weitere Bücher von Volker Lasser stellen wir hier vor: "Lieber liegen lassen" und "Die Rache des Schülers Andreas" sowie "Abseits der Vorschriften" (Geschichten aus einer Behörde).
Schüler der Oberstufe und Studenten werden sicherlich das Sachbuch "Universitätsmathematik ist ganz anders" (mit Tipps zur Prüfungsvorbereitung) interessant finden.
Acht Räuber hatten inzwischen die Uniformen der Leibwächter, der Diener und der Kutscher angezogen und notdürftig passend gemacht. Jetzt bestiegen sie die Pferde und die Kutsche. Nach einem hüh und aufmunterndem Peitschenknall setzte sich das Gefährt wieder in Bewegung, begleitet von vier Leibwächtern in auffälliger, gelbroter Uniform, sowie zwei Dienern in blauer Kleidung. Wenn Natalie es nicht besser wüsste, könnte man glauben, dass sie in der Kutsche sitzt und alles in Ordnung ist. Über die Blutlache, die von einem der toten Leibwächter stammte, wurde ein Eimer Wasser gekippt. Jemand nahm einen Reisigbesen in die Hand und kehrte die Straße.
Natalie ließ unauffällig ihr Taschentuch fallen, um etwaigen Suchtrupps einen Hinweis zu geben. Doch der Räuber in ihrer Nähe hatte es bemerkt, hob es wieder auf und gab es ihr zurück. Als der felsige Pfad endete, zeigte sich im Fels eine Öffnung, die von unten nicht zu sehen war. Ein speziell geformter Stein, der davor lag, diente offenbar zum Verschließen und Tarnen der Öffnung. Natalie wurde unsanft hineingeschubst. Sie fand sich in einer dämmrigen Höhle im Berg wieder, deren hinteres Ende sich im Dunkel verlor. Zwei Räuber packten sie und fesselten ihre Hände auf dem Rücken. Den übrigen Gefangenen ging es nicht anders. Die Fesseln schnitten ins Fleisch und taten weh. Zwei Mann stellten sich vor ihnen auf und bewachten sie. Die Räuber schleppten ihre Beute Sack für Sack herein und stellten sie ab. ... Ende der Leseprobe.
Lesen Sie ganze Erzählung im Buch von Volker Lasser!
© Die Buchvorstellung von "König Mahabazis missglückte Eroberung" wurde präsentiert von Izabel Comati und Winfried Brumma (Pressenet), 06/2026. Wir danken dem Autor Volker Lasser sehr herzlich für das Belegexemplar, ebenso dem Illustrator Arne Vierlinger, der das Buchcover entwarf.
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