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"Rabenschwarze Tage" ist der dritte Wellendorf-Renz-Thriller von Claudia Konrad. Der Sonderermittler "Welle" und sein Staffordshire Terrier Trollinger ermitteln wieder. Dieses Mal in Baden-Baden und Amsterdam.
Blicken wir einige Jahre zurück: Die Autorin veröffentlichte 2017 ihren ersten Kriminalroman mit dem Team Wellendorf-Renz-Trollinger unter dem Titel "Grenzenlose Intrigen: Tod in Alepochori". 2019 folgte "Schwarze Villa", ein Regionalkrimi der kohlrabenschwarzen Art (die Links führen zu den Buchvorstellungen hier auf unserem Literaturportal)!
Wellendorf-Renz und Trollinger sind ein unprätentiöses Duo, die sich meist nicht an Regeln halten. Welle recherchiert, kombiniert, schnüffelt und steckt seine Nase auch mal in Dinge, die ihn rein gar nichts angehen, ebenso sein Rüde – alles selbstverständlich nur im Dienste des Auftrags. Gerne schräg und mit einem Augenzwinkern, aber immer konsequent und unerbittlich bei der Sache!
Peter Wellendorf-Renz, seines Zeichens Kriminal-Hauptkommissar, ist längst in Pension. Schon vor einigen Jahren hat er sich zur Ruhe gesetzt, um die schönen Seiten des Lebens wie lange Gespräche mit seiner Lebensgefährtin Tula, lange Spaziergänge mit seinem Hund Trollinger und lange Abende mit seinen ehemaligen Kollegen und dem einen oder anderen Fläschchen Badischen Wein zu genießen. Doch daraus wird erst mal wieder nichts.
Chris van de Cashgan ist wie vom Erdboden verschluckt. Aber wieso wurde der attraktive Baden-Badener Immobilienmakler plötzlich verschleppt? Gründe gibt es mehr als genug: Hat seine unscheinbare Ehefrau etwas damit zu tun? Eine seiner zahllosen Sex-Affären?
Dubiose Geschäftspartner aus seiner holländischen Heimat? Oder sein nicht ganz uneigennütziger Handel mit Betäubungsmitteln? Und welche Rolle spielt sein ebenfalls verdächtiger Bruder Jan? Chris selbst merkt, dass sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt.
Ganz geschmeidig und amüsant lesen sich die 38 Kapitel des Thrillers, dessen verzweigte Handlung sich erst im Laufe der Geschichte zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Dezent vergleichbar mit den atmosphärischen Kriminalromanen von Donna Leon, entführt Claudia Konrad den Leser in "Rabenschwarze Tage" in eine Welt voller Abgründe und dunkler Geheimnisse.
Unsere Leseempfehlung: (Werbelink) "Rabenschwarze Tage", Teil 3 der Krimiserie "Welle ermittelt", bietet eine explosive Mischung: Nachtclubbesitzer, Playboy-Bunnys, Drogendealer, Fitnessstudiobetreiber – eine tödliche Kombination aus Macht, Geld und Leidenschaft.
Die Taschenbuch-Ausgabe umfasst 324 Seiten und ist Mitte März 2026 im pinguletta Verlag erschienen (ISBN 978-3948063719). Der Krimi von Claudia Konrad ist auch als E-Book erhältlich.
In Nanogeschwindigkeit schien sein Gehirn die Funktionen wieder aufzunehmen. Sein Schädel brummte, als wäre er unter eine Dampfwalze geraten. Ihm war eiskalt, sein Leib zitterte.
Wo bin ich? Bin ich tot?
Er versuchte, sich zu bewegen. Es ging nur behäbig. Der Schmerz, der unerbittlich und mit voller Intensität seinen Körper durchfuhr, ließ ihn schrill aufschreien. Er erschrak über die Oktavhöhe.
War ich das?
Sein Herz schien zu explodieren, der Puls raste, der Körper krampfte sich wie ein Embryo zusammen.
Ruhig atmen, atme den Schmerz weg!
Blutgeschmack, dieser Anklang von Eisen, umspülte seine Zunge. Er musste sich gebissen haben. Angewidert schluckte er und zog unanständig die Nase hoch. Er wiederholte es mehrmals, bis sich der Geruchssinn langsam einstellte. Seine Lider zuckten. Vorsichtig öffnete er die Augen, presste sie zu Schlitzen zusammen. Diese enorme Anstrengung verriet ihm, dass sie geschwollen waren. Minimales Licht drang in seine Pupillen, es tat weh. Brannte.
Was ist das?
Von Panik durchzogen, jedem einzelnen Schmerz trotzend, erhob er seinen Oberkörper, führte die Hände an den Kopf. Hektisch ertastete und hämmerte er auf das Monster ein, das seinen Schädel zierte.
Plong ... plong.
Verdammt, was zum Teufel ist das?
Verzweifelt packte er das Ding, zog und drückte, versuchte, es abzustreifen. Es gelang nicht, verursachte nur weiter rasende Kopfschmerzen. Wieder tasteten seine Finger über die Aussparungen für Augen, Nasenlöcher und Mund. Unterhalb des Kinns war genügend Luft, um mit den Fingern hineinzufahren. Er erfühlte Bartstoppeln, weiter kam er nicht.
Drei Tage? Der Länge nach zu urteilen, habe ich mich seit drei Tagen nicht rasiert. Was ist geschehen? Ich kann mich nicht erinnern. Streng dein Gehirn an!
Er nahm die Maske zwischen seine Hände und wippte mit dem Oberkörper. Seine Glieder schmerzten und fühlten sich schwer an wie Blei. Sein Rücken war völlig verspannt.
Er überlegte immer wieder, was geschehen war. Er konnte sich keinen Reim darauf machen, vermochte nicht einmal, nachzuvollziehen, was in den letzten Stunden oder Tagen passiert war.
Erneut fuhr er über das kalte Eisen. Ihm war klar, dass er eine Schandmaske trug. Er ertastete Verzierungen, die gebogen auf dem Kopfteil angebracht waren.
Harlekin. Ich glaube, es ist eine Harlekin-Maske.
Weshalb bestraft man mich? Ehrenstrafe, hieß es doch im Mittelalter, oder etwa nicht? Was habe ich damit zu tun? Ich bin mir keiner Schuld bewusst! Der Verschluss, wo ist dieses Scheißding?
Systematisch tastete er weiter. Die Arme sackten herunter, die Kraft war verbraucht.
Ich komme nicht dran.
"Hallo, ist hier jemand? Kann mich jemand hören?"
Es hallte leicht. Dann schrie er um Hilfe. Laut, immer lauter, bis seine Stimme kratzte und schließlich in Gänze versagte. Einzig ein Rabe gab ihm krächzend Antwort.
Tränen der Verzweiflung rannen über sein Gesicht.
"Hört mich denn niemand?" Der sonst so starke Mann wimmerte leise und verfiel in eine Art Dämmerschlaf. ...
Nach seinem unruhigen Halbschlaf war es dunkler. Es dauerte eine Weile, bis die Augen sich an das diffuse Licht gewöhnt hatten. Durst und ein menschliches Bedürfnis drängten ihn, sich aufzusetzen. Der Versuch aufzustehen scheiterte. Er fiel auf die Knie und auf etwas schmales Hartes. Er ertastete eine Eisenkette, die um sein linkes Fußgelenk befestigt war.
Scheiße! Ich muss pissen!
Vom Harndrang getrieben krabbelte er auf allen vieren über den Steinboden, der sich an manchen Stellen lehmig anfühlte. Bei seiner Statur und Gewicht ein anstrengendes Unterfangen. Der Körper war dafür nicht ausgelegt. Die Augen hatten sich inzwischen vollständig den Lichtverhältnissen angepasst. Er erspähte eine helle Campingtoilette.
Er zog sich hoch, mühselig genug, und schaffte es erst nach dem fünften Versuch, sich daraufzusetzen. Die Beschwernis, sich aufzuraffen, und der Kampf mit dem Knopf seiner Hose, ließen ihn schwer atmen. Neben ihm stand ein großer weißer Wassertank, darunter zwei Schüsseln. Ein Handtuch, Seife, eine Zahnbürste und ein Becher mit einem Trinkrohr.
Zahnbürste? Ein verdammt schlechter Scherz.
Er drehte seinen Kopf. Dort befand sich ein Steinabsatz, der mit dem Mauerwerk verschmolz. Daneben die Befestigung der Kette, die seinen Radius erheblich einschränkte. Und sein Lager aus zwei übereinandergelegten Matratzen.
Sind das Decken?
Er erhob sich vom Klo, was seine Muskulatur prompt quittierte. Er sackte zusammen. Eine gefühlte Ewigkeit verging, bis er die Hose wieder hochgezogen hatte.
Früher lagen wir immer auf dem Boden oder auf dem Bett, um sich in eine Jeans zu zwängen ... ich muss aufstehen! Stehen! Befehl an Beine: hinstellen! So ein Hurendreck!
Er kroch zum Wasserbehälter, betätigte den kleinen Hahn, wusch sich kniend die Hände mit Seife. Es brannte.
Er konnte nicht genau sehen, welcher Art die Verletzungen waren, vermutete Schürfwunden. Sein Gesicht spannte unter der Maske. Den Becher füllte er halb mit Wasser und sog es gierig über das relativ breite Trinkröhrchen ein. Er befüllte ihn ein zweites Mal und trank ihn aus.
Ich muss sparsam mit dem Wasser sein. Vielleicht reicht es nicht aus. Andererseits. Warum sollte es nicht genügen? Meine Frau wird mich suchen lassen. Sicherlich finden sie mich bald.
Mit dem Wassertank als Stütze zog er sich langsam hoch. Beine und Kreislauf benötigten Zeit, um sich an die senkrechte Position zu gewöhnen. Eine gefühlte Ewigkeit hing er am Tank, bevor er wacklig an der Wand entlang zu den Matratzen schlurfte, um sich wie ein Sack darauf fallen zu lassen. Inzwischen war es stockfinster. Er fingerte nach den Decken und freute sich fast, als er darunter ein Kissen entdeckte. So gut es ging, rollte er sich ein. Die Maske störte. Er war frustriert und am absoluten Tiefpunkt, wusste nicht, wie ihm geschah, fror, lag lange wach. ...
Rabengeschrei ließ den Maskenmann aufwachen. Etwas war anders. Roch es nach Kaffee? Langsam öffnete er die Augen und drehte sich auf seinem Lager um. Es war relativ hell. Derweil entdeckte er einen dampfenden Becher, der etwas schief auf der Steinbank stand. Er schnellte hoch, was eindeutig ein Fehler war. Sein malträtierter Kreislauf zwang ihn, in Sitzposition innezuhalten. Der zweite Anlauf aufzustehen, gelang.
Es war jemand hier, und ich habe nichts gehört? Das darf doch nicht wahr sein!
"Hallo, ist da wer?"
Er lauschte.
Grak ... Grak.
Soweit es die Maske um seinen Kopf zuließ, lugte er nach oben. Man hielt ihn in einem eckigen Turm gefangen.
Grak ... Grak.
Jetzt erblickte er den Raben, ganz oben. Das Vieh flog weg.
Er griff nach dem dampfenden Becher. Erst jetzt sah er, dass darunter ein Briefumschlag lag. Es stand nichts darauf und zugeklebt war er auch nicht. Ein Schlüssel und ein mit dem Computer geschriebener Zettel kamen zum Vorschein. Mühevoll faltete er ihn auseinander, was angesichts der kalten und geschwollenen Hände nicht so einfach war.
Bereue, du Hund! Spare deine Kräfte. Haushalte gut mit ihnen, du wirst sie brauchen. Und lass diese unsinnige Schreierei, niemand hört dich. Niemand! Kapierst du?
Am liebsten hätte er den Kaffee vor Zorn an die Wand geschmissen. Aber dazu war das Gebräu zu kostbar.
Instinktiv griff er nach dem Schlüssel, verrenkte sich schier die Arme und versuchte, ihn in das Schloss der eisernen Maske zu pfriemeln. Sein überdimensional muskulöser Körperbau, den er zwanzig Jahre lang mit Kraftsport, Bodybuilding und anabolen Steroiden geformt hatte, hinderte ihn jetzt daran, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken, wie es im Normalfall möglich gewesen wäre.
Der kleine Bartschlüssel fiel auf die Steinbank und sprang von dort aus auf den Boden.
Ich könnte kotzen! Alter, wenn ich dich erwische, bist du tot! Wer immer du bist, ich lösche dein gottverdammtes Leben aus.
Dank des eingeschränkten Gesichtsfeldes und der Unbeweglichkeit dauerte es ausnehmend lange, bevor er den Schlüssel fand. Wütend auf sich und die Tatsache, einem Kerkermeister unterlegen zu sein, verschlechterte sich sein Zustand. Er zitterte, versuchte es immer und immer wieder, und kam nicht weit genug an den Verschluss heran. Sein Körper lechzte nach einer Ladung Benzodiazepin, was er regelmäßig einwarf, um sich fit zu halten.
Der Magen rebellierte. Hunger machte sich breit. Wie lang kann ein Mensch ohne Essen leben, bevor er verhungert? Eine Woche? Zwei? Er wusste es nicht. Ein kleiner Schluck Wasser sollte helfen. Er konzentrierte sich, nahm den Schlüssel in die rechte Hand, führte beide Arme hinter den Kopf und zog mit der linken Hand seine rechte immer weiter.
Diese verfluchten Muskeln sind im Weg. Scheiße, warum habe ich nicht längst damit aufgehört?
Er atmete schwer. Ruhte sich wenige Minuten aus, bevor er es erneut versuchte.
Das Schloss ist an so einer beschissenen Stelle, dass ich keine Chance habe, es sei denn ...
Er begann, den Schmerz wegzuhecheln. Es krachte in der Schulter. Er schrie auf, verharrte aber in seiner Position.
Ein Stück noch, noch ein bisschen, jetzt, ja – geschafft. Das Schloss war offen und seine rechte Schulter vermutlich ausgekugelt. Völlig erschöpft streifte er die Maske ab.
Ein Harlekin. Hatte er doch richtig vermutet. Müde trat er die paar Schritte zum Wassertank, füllte etwas Wasser in die Schüssel und wusch sein Gesicht. Das tat gut. Seine Schulter brannte wie Feuer. Aber er war in der Lage, sich endlich umzusehen.
Er befand sich definitiv in einer Ruine. Vogelgezwitscher drang an sein Ohr. Er schaute nach oben. Dichtes Blätterwerk bewegte sich im Wind um den Turm ohne Dach, der sich im Zerfall befand. An der gegenüberliegenden Wand steckten vier Eisenstreben im Mauerwerk. Sie schienen einst als Leiter fungiert zu haben. Leider reichten sie nicht bis oben, waren aber perfekt, um den Versuch zu starten, die Schulter wieder einzurenken.
Er kam nicht dran. Die Fußfessel hinderte ihn. Wütend griff er den Humpen und schüttete die inzwischen kalte, dunkle Kaffeebrühe hinunter. Angewidert verzog er den Mund. ...
Hier ein Link zur Bestellmöglichkeit beim Buchhandel: (Werbung) "Rabenschwarze Tage". Dort finden Sie auch Informationen zu den ersten Bänden der Reihe "Welle ermittelt"!
Finden Sie über die integrierte Suchfunktion weitere Bücher des pinguletta Verlages, unter anderem von den Autoren Marleen Winter, Mignon Kleinbek, Jens Jüttner, Antonia Vitz, Christine Rhömer, Gerd Schäfer, Karin Lassen, Christian Bär, Marcel Friederich, Kevin Riemer-Schadendorf, Mara Winter und Silke Boger!
© "Die glamouröse Welt Baden-Badens – ein Sündenpfuhl?" Textauszüge aus Claudia Konrads 3. Kriminalroman "Rabenschwarze Tage", der Pressemitteilung sowie Abbildung des Buchcovers mit freundlicher Genehmigung des pinguletta Verlages, 03/2026.
Unsere Bücher gibt es auch im Autorenwelt-Shop!
Taschenbücher von Eleonore Radtberger sowie von Ilona E. Schwartz
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