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Viele Legenden erzählen von der Anderswelt, dem Land der ewigen Jugend, der Insel der Seligen oder auch dem Land hinter den Wellen. Kein Mensch weiß, wo dieses sagenhafte Land genau liegt, geschweige denn, wie man dort hingelangt, schließlich vermag kein Sterblicher dieses Paradies betreten zu können.
Dennoch erzählt die Legende von einzelnen Mutigen, die diese Schwelle zur Anderswelt überschritten haben. So wie der tapfere Krieger Oisin einst seiner großen Liebe Niamh nach Tir Na nOg folgte, so macht sich auch Fiona in das Land der ewigen Jugend und Schönheit auf, um ihren Verlobten Aiden aus den Fängen der mächtigen Banshee zu befreien.
Viele Gefahren lauern auf dieser Reise. Nicht nur bösartige Monster, niederträchtige Druiden und eine heimtückische Hexe trachten Fiona nach dem Leben, auch die ewige Dunkelheit des Landes zehrt an ihrem Gemüt.
Im finalen Kampf gegen die Todesfee muss Fiona erkennen, dass nichts ist, wie sie es erhofft hatte und das Glück einen hohen Preis fordert. Die aufregende Fantasy-Geschichte von Bianca Röschl spielt auf zwei Zeitebenen. Das Buch wurde mit einigen Zeichnungen und schön gestalteten Kapitelzierden ausgestattet.
Unsere Leseempfehlung: (Werbelink) "Tir Na nOg: Legende der Anderswelt" umfasst als Taschenbuch 248 Seiten. Die Autorin Bianca Röschl hat ihren Fantasy-Roman Ende Februar 2026 via Infinity Gaze Studios veröffentlicht.
Weitere Bücher von Bianca Röschl findet ihr (Werbelink) auf ihrem Autorinnenprofil, unter anderem die Romane "Schlaf, Püppchen, schlaf" (Horror) und "Der größte Drache der Welt" (Fantasy).
Kennt ihr auch ihre rätselhaft-spannende "Runentanz"-Trilogie? Weiterführende Informationen dazu findet ihr nach der Leseprobe.
Dunkelheit begrüßte Fiona in der anderen Welt. Völlige Dunkelheit wie in der tiefsten Nacht.
Es dauerte eine Weile, bis sich Fionas Augen an die Finsternis gewöhnt hatten und schemenhafte Umrisse der neuen Umgebung ausmachen konnte.
Schwarze Schatten umkreisten sie neugierig. Lautlos. Streiften zart ihre Haut. Umfingen ihren Leib und ließen sie wieder los. Hinterließen ein Kribbeln, welches Fiona eiskalt den Rücken hinunterlief und sie schaudern ließ.
Mit geschärften Sinnen blickte sie wachsam und ängstlich zugleich nach allen Richtungen. Immer auf der Hut vor etwas Unbekanntem. Etwas Bösem, das in der Dunkelheit auf sie lauern könnte.
Aus der Ferne drang wehklagendes Heulen feiner Stimmen an Fionas Ohr. So leise, dass ein menschliches Gehör die jammernden Laute gerade noch zu hören vermochte.
Die Silhouetten knorriger Bäume ragten wie Gerippe zur Seite empor als trauriges Überbleibsel ihrer einstigen Pracht. Fiona hatte das Gefühl, als würden unzählige Augen sie neugierig anglotzen. Das Herz schlug ihr ängstlich bis zum Hals. Ihre Hände zitterten und fühlten sich wie ein starrer Eisklotz an.
"Hallo?", rief sie zaghaft in die unheimliche Dunkelheit hinein. "Ist da jemand?"
Nichts rührte sich.
Niemand meldete sich.
Die Nacht schwieg still. Auch das ferne Wehklagen verstummte.
Geräuschlose Ruhe in samtener Dunkelheit.
Vorsichtig ging Fiona über den sehr weichen und morastigen Boden. Ein leises Schmatzen unter ihren Füßen begleitete ihre unsicheren Schritte. Sie hatte das Gefühl, als liefe sie auf Wolken.
Halbverweste Kadaver verendeter Tiere säumten immer wieder den Weg und pflanzten noch stärkere Furcht in Fionas Herz. Ihr Körper krampfte sich zusammen. Ihr Atem glich mehr einem aufgeregten Keuchen.
Inzwischen begann es zu regnen. Aber ganz anders, als Fiona es von der Menschenwelt her kannte.
Hier stiegen die Regentropfen vom Erdboden zum Firmament hinauf und sammelten sich dort in einem unendlichen Meer. Fiona hoffte inständig, dass die Wassermassen dort oben irgendwann nicht über sie hereinbrechen mögen. Ihre nassen Röcke klebten nämlich bereits kalt und schwer an ihren Beinen.
"Was für ein merkwürdiges, grauenhaftes Land", dachte Fiona. So ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatte.
So wie es aussah, hatte der Leprechaun sie betrogen. Dieser hinterhältige Wicht! Wie konnte sie nur so dumm sein, ihm zu vertrauen!
Dieses unheimliche und trostlose Land konnte unmöglich Tir Na nOg sein, das Land der ewigen Jugend und Schönheit. Dieses Land glich eher einem Totenreich. Einem Alptraum. Einer Vorstufe zur Hölle.
Verzweiflung stieg in Fiona auf. Wie sollte sie von hier jemals zu Aiden finden?
Aus der Ferne drang ein grässliches Heulen verschiedenartiger Stimmen an ihre Ohren. Stimmen, deren Lautstärke bedrohlich anschwoll, gleich einem Kriegsgeschrei.
Instinktiv wusste Fiona, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hatte und lief schneller.
Leider kam sie auf dem matschigen Boden kaum voran, da ihre Füße immer wieder in dem Morast steckenblieben. Nur mit erheblicher Kraftanstrengung gelang ihr die Befreiung ihrer Füße. Indessen kamen die Stimmen immer näher.
Schneller als sie schauen konnte, war sie auf einmal umzingelt.
Von furchteinflößenden Gestalten, wie sie noch nie im Leben gesehen hatte: Knochige Körper, bestehend aus einem Bein und einem Arm, bewaffnet mit einem langen Speer. Langgezogene Köpfe mit jeweils einem rotglühenden Auge in einem Gesicht, das ohne Nase auszukommen schien, aber dafür mit einem Mund versehen, der einmal komplett die Kontur des Kopfes umrundete.
Fiona lief es erneut eiskalt den Rücken hinunter. Sie schlotterte regelrecht vor Angst und Kälte. Sie trug keinerlei Waffen mit sich und war den unheimlichen Gestalten somit wehrlos auf Gedeih und Verderben ausgeliefert.
Die Gestalten kamen langsam näher, ihr Kreis begann sich mehr und mehr zu schließen. Ein Entkommen war aussichtslos. Monotoner Sprechgesang begleitete das Vorrücken.
"Hilfe", schrie Fiona, so laut sie konnte. "Hilfe!"
Die Gestalten richteten nun ihre Speerspitzen nach vorne.
Panik und Todesangst stieg in Fiona auf und abermals rief sie laut um Hilfe.
Sie wollte noch nicht sterben. Nicht jetzt und nicht in diesem grauenhaften Land. Sie hatte doch eine Mission zu erfüllen. Aiden zu finden und ihn zurückzubringen. Mit ihm zusammen wollte sie alt werden und sterben.
"Hilfe!", schrie sie abermals aus voller Kehle.
Auf einmal spürte sie, wie eine wohlige Wärme von ihrem Smaragdring ausging. Der Stein begann zu funkeln und tauchte Fiona in einen leuchtend grünen Schimmer, der ihren Körper wie eine Glocke umschloss.
Die Gestalten hielten in ihren Vorwärtsbewegungen verdutzt inne.
In diesem einen, unbedachten Moment preschte ein grünblättriges Ungetüm in die Mitte. Mit unzähligen, langen Fangarmen peitschte es die Gestalten furchtlos nieder und schlug sie mit lautem Geheul in die Flucht.
Fiona konnte nur ungläubig und tatenlos zusehen. Bedeutete dieser Angreifer ihre Rettung oder ihr Untergang? Sie vermochte nicht zu erkennen, ob dieses Wesen gut oder böse war.
Mit einem gezielten Griff riss das Ungetüm Fiona an sich, so dass ihr vor Schreck beinahe das Herz stehen blieb. Sie sah nur noch den schattenhaften Umriss eines Mädchens vor sich, dann wurde es schwarz um sie herum. Schwarz und still ...
Hinweis zu Bianca Röschls rätselhaft-spannender "Runentanz"-Trilogie: Die Reihe besteht aus den Bänden "Runentanz", "Runenfluch" und "Runenkuss" (die farbig markierten Links führen zu Leseproben hier auf unserem Portal). Die Serie um die geheimnisvolle Romanheldin Alana wurde als eine Mischung aus Urbanfantasy und Realität angelegt.
© Für die Textauswahl aus "Tir Na nOg: Legende der Anderswelt" sowie die Abbildung des Buchcovers danken wir der Autorin Bianca Röschl sehr herzlich, 03/2026.
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Taschenbücher von Eleonore Radtberger sowie von Ilona E. Schwartz
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